Der Plankton-See

Hier sehen Sie eine Zufallsauswahl von „Erinnerungskristallen“, die sich bereits im Textpool befinden.

Tagesmutter, *1959
Sommermärchen | Ein wenig, in Leipzig war recht viel los und eine meiner Muttis der Kinder die ich betreue , hat in Leipzig auf dem Augustusplatz eine kurze Ansprache vor dem Spiel der Spanier gehalten, sie ist Spanierin gewesen, hat mich ein wenig stolz gemacht.

Diplom-Bibliothekar, *1965
Möbel | Mein Zwillingsbruder und ich bekamen eine neue Einrichtung für unser gemeinsames Kinderzimmer. Mein besonderer Stolz war der neue Sekretär - aus Echtholz, Kiefer hell, mein Bruder wollte einen grünen Sekretär, schauderhaft. Zum Glück habe ich mich durchgesetzt.

Ingenieur, *1952
Großeltern | Ja, aber nur an meine Großmutter väterlicher Seits. Alle Anderen waren schon tot. Und dann habe ich mit 14 Jahren erfahren, das dies nicht meine leibliche Oma war. Das hat der Liebe aber keinen Abbruch getan. Ich habe sie sehr verehrt.

Studentin, *1985
Erster Computer | Der stand im Keller. Da war es kalt, ungemütlich und dunkel. Da gehörten Computer noch nicht zum alltäglichen Leben. Das war eine ruhige Zeit.

Professor, *1960
Vater | »Mein Vater war der erste Mensch, den ich habe lesen sehen, und das entschied über mein Leben.« (Ludwig Harig) Mit einem Buch saß er abends im Sessel, die Füße hoch, ein Glas Mineralwasser neben sich. Als wir noch klein waren, nahm er uns auf seine Baustellen mit. Unterwegs gab es eine Bockwurst und einen halben Liter Milch. Im Keller hatte er sich eine Werkstatt eingerichtet.

Anwalt, *1965
Prominenz | Ja, ich saß einmal in der Met in New York hinter Henry Kissinger, der mit seiner tiefen Stimme seine Verwandtschaft dirigiert und platziert hat. Er hat sich dann - es dauerte etwas - umgedreht und für die "Störung" entschuldigt. Jim Kerr von den Simple Minds hat mir nach einem Konzert in Stuttgart ein Autogramm auf einer 1 Pfund-Note gegeben, weil ich kein Papier hatte, dass ich ihm hinhalten konnte.

Eine Lehrerin, *1970
Mauerfall | Ja. Ich war damals in der Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin und auf dem Weg mit Zug nach Köln gab es kein anderes Thema.

dramelia, *1991
Mauerfall | Nein, denn da war ich noch gar nicht geboren. Die Bilder gesehen hab ich aber trotzdem, wenn auch erst Jahrzehnte später.

Anwalt, *1965
Reise | Die Reisen mit meinen Freunden in der Sturm- und Drang-Zeit nach dem 18. Lebensjahr mit VW-Bus und Motorrad waren schon besonders und sind deshalb für mich mit allen Erlebnissen eine deutliche Erinnerung.

Kaufmann, *1965
Gedicht | Leider nein, obwohl ich sehr viele Bücher lese, darunter auch Lyrik. Mir widerstrebte es schon in der Schule, Texte auswendig zu lernen. Ich finde, es ist wichtiger, einen Text zu verstehen als ihn wörtlich reproduzieren zu können.

Bankkaufmann, *1950
Reise | Ich erinnere mich an viele schöne Urlaubsreisen. Der Ort bzw. die Stadt, der/die die schönsten Eindrücke bei mir hinterlassen ist, ist Venedig. Meine Frau und ich haben die Reise zu unserer Silberhochzeit unternommen. Gleich nach der Ankunft mit dem Zug standen wir auf der Scalzi-Brücke über den Canal Grande und waren wie verzaubert von der einzigartigen Stimmung.

Bankkaufmann, *1950
Tiere | Das ist der Adler. Dieser "Majestät der Lüfte" beeindruckt mich einfach in seiner ganzen Erscheinung.

Ein Mann, *1968
Großeltern | Meine Großmutter war sehr klein. Mein Großvater sehr groß. Er hatte große Hände und war im 2. Weltkrieg in Jugoslawien und Griechenland. Ich erinnere mich noch, als er mir 50 DM gab, als ich in den Sommerferien zuhause blieb, um den Nachbarn den Rasen zu mähen. Meine Eltern sind mit den Geschwistern nach Schweden gefahren.

eine Frau, *1965
Mauerfall | Ich war bei meinem damaligen Freund. Wir sahen es im Fernsehen und wollten sofort nach Berlin aufbrechen. Dann sind wir doch zu Hause geblieben.

Personalreferentin, *1947
Millennium | Unvergesslich schön, in einem kleinen Dorf im Nordwesten von Zypern. Dort trafen sich nach Anbruch der Dunkelheit Einheimische und Touristen auf dem Marktplatz, ein buntes, fröhliches Treiben mit musikalischer Untermalung durch die der Dorfkapelle. Ausgelassen tanzten die Dorfbewohner, alle Altersklassen machten mit! Sie tanzten und forderte die Fremden zum Mitmachen auf Folkloristische Tänze, nicht gan einfach, mehr schlecht als recht. Alle waren lustig! Um 12.oo h erklangen die Glocken der kleinen Dorfkirche, es wurde schlagartig still, bis die Glocken schwiegen. Dann reichte man viele, große Kuchenbleche herum. In jedem Kuchen befand sich eine Mandel. Jeder bekam ein Stück ab, und wer die Mandel fand?? Was das bedeutete, habe ich vergessen, auf jeden Fall etwas Gutes - wie GLÜCK!

Angestellter, *1969
Erster Schultag | Ich saß ganz hinten neben einem Mädchen. Unsere Schultüten waren auf dem Rasen vor der Schule wie ein Kreis ausgelegt. Kurz vorher oder nachher war mein 7. Geburtstag, das wurde immer gesagt: "Der hat zur Einschulung auch noch Geburtstag..." Mit der Hälfte meiner Klasse war ich schon im Kindergarten gewesen.

Studierende Mama, *1984
Erster Computer | Ja, es war ein Laptop und im Vergleich zu meinem jetztigen war er und vor allem das Internet(!) sehr viel langsamer.

Journalist, *1957
Erster Kuss | Vage, es gäbe da mehrere Möglichkeiten ...

Bankkaufmann, *1950
Auto | Mein erstes Auto war ein weißer Renault R4 mit 26 PS. Es war ein Jahr alt und hat 4.000 DM gekostet. An die sogenannte "Krückstockschaltung" erinnere ich mich besonders. Komfort gab es bei dem Auto nicht. Nach sechs Jahren hatte der Rost die tragenden Teile nahezu zerstört.

Buchhändler, *1975
Großeltern | Meine Großvater (vaterseits)starb als ich zwei Jahre alt war, weshalb ich keine eigenen Erinnerungen an ihn habe. Von Fotos und aus Erzählungen weiß ich aber dass ich zu seinem Geburtstag das erste Mal gelaufen bin, und zwar durch den Garten zu ihm hin, mit einem Blumenstrauß in der Hand. Das sei sein schönstes Geburtstagsgeschenk gewesen. Es gibt sogar ein Foto davon.

Psychotherapeutin, *1956
Millennium | Mit Freunden in der Wohnung meiner Nachbarin.

Sportmanager, *1977
Mauerfall | Nein. Aber ein Schulfreund, der eine Weile zuvor nach Berlin gezogen war schickte mir ein Stück Berliner Mauer. Und mein Cousin aus Berlin brachte mir auch ein Stück mit. Das ließ mich ahnen, dass Großes passiert war...

eine Schülerin, *1997
11. September 2001 | Meine Mutter machte immer den Fernseher aus, wenn ich ins Zimmer kam. Das sagt zumindest mein Vater.

Schüler, *1997
Mauerfall | Nein, ich war noch zu jung.

Volkswirt, *1943
Gedicht | Ja.
Prolog zum Struwwelpeter: "Wenn die Kinder artig sind......"

eine Schülerin, *1997
Gedicht | Viele. Ich merke mir fast alle und lerne manchmal zum Spaß oder Angeben welche auswendig.

Ingenieur, *1952
Erster Schultag | Und wie, die Schultüte war eine echte Überraschung.

Eine Frau, *1980
Erster Computer | Den habe ich mir zwangsweise im Studium zugelegt. Man erwartete dann doch Referate mit PowerPoint-Unterstützung und getippte Hausarbeiten. Ich habe mir einen gebrauchten PC mit 80MB Festplatte gekauft. Der hat es entsprechend nicht mal bis zur Diplomarbeit geschafft.

Schreibstudentin, *1994
Mauerfall | Als die Mauer fiel, war ich noch nicht auf der Welt.

Mann, *1965
Möbel | Ja, eine rote, aus Holz gezimmerte Spielkiste, welche mein Opa selbst hergestellt hatte. Diese war von der Größe her für mich damals riesig, man konnte darauf sitzen. In meinen Erinnerungen wurde mir von meiner Tante dort immer bei Besuchen aus Kinderbüchern vorgelesen.

Schülerin, *1998
Spielzeug | Ich habe gern mit Polly Pocket gespielt.

Apotheker, *1949
Auto | Oh ja! Das war 1968 ein nagelneuer NSU-TT, eine richtige kleine Rakete mit fast 80 PS bei knapp 600 kg Gewicht. Leider fand unsere Freundschaft schon nach einem kanppen Jahr in der stillen Eifel nahe Adenau ein abruptes Ende, die knorrigen Buchenhecken des Nürburgrings waren stärker. Aber die Lehren, die ich daraus gezogen habe, haben mich im weiteren Leben vor schweren Unfällen bewahrt.

Eine Frau, *1948
Erster Schultag | Mit sehr gemischten Gefühlen. Meine Eltern mussten arbeiten. Ich war das einzige Kind, das an diesem Tag nicht von den Eltern begleitet wurde. Den Schulweg hatten meine Eltern mit mir vorher geübt. Das übliche Foto, Kind mit Schultüte im Arm, gibt es daher nicht, das musste extra bezahlt werden. Ich habe nur ein Gruppenfoto, im Hintergrund ein Priester, ich wurde in Berlin in einer katholischen Schule eingeschult.

Politikwissenschaftlerin, *1961
Erster Kuss | Mein erster Kuss - da muss ich wohl 12 oder 13 gewesen sein. In einem Gebüsch unseres Spielplatzes mit einem Jungen, der wohl so 14 war. Die Erinnerung daran ist aber stark verblasst.

Eine Frau, *1965
Erster Kuss | Sehr genau, Kolpinghaus Trier, er war Polizist

Herr von und zu ..., *1968
Reise | Ja, gewiss. An meine Letzte. Im vergangenen Jahr bereiste ich gemeinsam mit meiner Frau Norditalien.
Ob Lago Maggiore oder Comer See. Es war einfach herrlich. Besonders ist uns die Villa Taranto mit ihrer Vielzahl an botanischen Eindrücken und ihrer Historie in Erinnerung geblieben.
Es war einfach nur eine sehr schöne Zeit, die wir dort gemeinsam verbringen durften.

Studentin, *1994
Erster Schultag | Ein wenig, aber auch nur weil es so viele Fotos von diesem Tag gibt.
Ich hatte ein schreckliches Dirndl an mut einer weißen!!! Strumpfhose und schwarzen Lackschuhen. Aber meine Schultüte war für mich meine Traumschultüte mit Pferd und Hufeisen, selbergebastelt von Mama.

Rentnerin, *1948
Millennium | Unspektakulär! Wahrscheinlich in Berlin. Aber mit wem? Auf alle Fälle mit meiner Freundin

Ethnologin, *1943
Auto | Das war ein roter 2 CV. Die vorderen Türen waren hinten angeschlagen. Bei einer Reise nach Berlin kamen wir in der Nacht in starken Nebel. Der Beifahrer öffnete die Tür, um uns an der Seitenlinie entlang zu lotsen. Nach einiger Zeit dämmerte uns, dass wir unbemerkt von der Autobahn abgekommen waren und schon länger auf der Landstraße unterwegs waren.

pensionärin, *1944
Spielzeug | meine erste puppe war ein stock. nach dem krieg gab es wohl noch keine zu kaufen. ich hatte einen kleinen puppenwagen aus , wohl besseren zeiten. darin fuhr ich hulletrulle spazieren.
mir war nicht bewusst, dass sie eine etwas ungewöhnliche figur hatte.

Künstlerin, *1966
Millennium | Gemütlich Zuhause in Berlin mit dem Oldiesender, der die besten Songs der letzten 50 Jahre brachte. Mein Mann und ich fertigten lange Listen an, was wir glaubten, was auf welchem Platz landen würde und freuten uns über jede Übereinstimmung. Wir waren damals erst seit wenigen Wochen wieder zurück in Berlin und kannten niemanden dort. Wir dachten Silvester würde traurig und trübsinnig werden, aber es war lustig.
Wir sangen mit, tanzten durch die Wohnung und standen auf unserer Dachterrasse, es war alles voll Rauch, so viel wurde geböllert. Die Straßen sahen aus wie nach einem Bürgerkrieg und wir wußten gar nicht, wie wir unsere Hunde ausführen sollten. Die BSR hat aber alles recht schnell wieder bereinigt. "We kehr for you".

Naturwissenschaftlerin, *1948
Großeltern | Meine Großeltern mütterlicherseits habe ich nie kennengelernt. Ich erinnere mich aber gut daran, mit meiner Mutter gemeinsam das Grab ihrer Mutter gepflegt zu haben. Die Eltern meines Vaters waren in Dresden - mein Großvater war jedoch kurz vor meiner Geburt gestorben und meine Großmutter hat uns nur sehr selten besuchen können. Ich war noch zu klein, um mehr als eine vage Erinnerung zu haben.

Ethnologin, *1943
Stau | Nett daran ist, dass man in Ruhe in die anderen Autozimmer schauen kann und in jedem ein Roman beginnt.

Bankkaufmann, *1965
11. September 2001 | Ich war zu Hause, als eine Freundin anrief - stundenlanges Fernsehen hat das Entsetzen nur gesteigert. Zumal ich ein Jahr vorher noch auf dem World Trade Center gestanden hatte.

Ergotherapeutin, *1946
Gedicht | Ja , einige aus meiner Schulzeit so halb .

Eine Frau, *1961
Erster Kuss | Im Ferienlager, da war ich dreizehn. Der Junge hieß Marek und kam aus Polen. Wir haben nicht viel geredet, was ich gut fand. Aber irgendwann hat er plötzlich ganz viel geredet, und ich hab kein Wort verstanden. Dann hat er mich geküsst. Das war wie nasser Waschlappen im Gesicht. Nicht gut. Wir haben uns nach dem Ferienlager noch zweimal geschrieben.

Psychologe, *1969
Großeltern | Opa war Beamter und bei Kriegsende zwangsweise in den Ruhestand versetzt worden, das hat er nie verwunden. Oma war Assistentin des Bürgermeisters und hat für meinen Opa ihren Beruf aufgegeben, wahrscheinlich ein Fehler, sei hätte viel erreichen können.

Psychotherapeutin, *1956
Spielzeug | Ein Teddy und meine Puppe Ellen.

Diplomingenieur, *1965
Erster Kuss | Ja, auf meiner Jugendweihe. Ich liebe sie noch heute. Wir haben uns auf einem Klassentreffen wiedergetroffen. Und es hat wieder gefunkt. Für mich wird es immer nur sie geben.

krankenschwester, *1964
Sommermärchen | Nur an die bilder vom public viewing, schönes wetter und die schlussfeier am Brandenburger Tor. Keine einzelheiten der spiele, obwohl eifrig geschaut.

Tagesmutter, *1959
11. September 2001 | Ganz genau, ich war auf dem Weg zum Arzt mit dem Auto und war über die Nachricht im Auto so erschrocken, dass ich nicht vom Gas konnte und geblitzt wurde. So habe ich , auser diesem dumpfen Gefühl im Bauch noch eine bleibende Erinnerung an diesen Tag... ein Knöllchen.

Organisationsentwickler, *1972
Spielzeug | Ich hatte eine Carrera-Bahn im Maßstab 1:32 mit Steilkurve, Looping usw. Die würde ich heute mit meinen Kindern aufbauen, wenn meine Mutter sie nicht irgendwann verschenkt hätte, ohne mich zu fragen.

Lehrer, *1973
Spielzeug | Playmobil. Die Cowboys waren die Guten. Hießen Jack und Jim und haben Phantasie -Englisch gesprochen.

Geograph, *1953
Prominenz | Gesehen. Gesprochen. Gearbeitet. Insbesondere aus der Politik. Über mehrere Jahre mit Prof. Dr. Klaus Töpfer. Beeindruckend. Ohne sein Engagement gäbe es Berlin so nicht.

Eine Frau, *1980
Spielzeug | ...? Vermutlich zuerst eine Puppe, später der Gameboy.

Professor, *1960
Auto | Ich habe nie ein eigenes Auto besessen. Doch fuhr mein Vater eine Familienkutsche, einen DKW Junior (Ol-Ek 44). Als der Wagen verschrottet werden musste, waren wir sehr traurig.

Kommunikationsmanagerin, *1980
Sommermärchen | Es war ein heißer Sommer und ich habe auf meine Abschlussprüfung gelernt, während alle anderen Fußball schauten.

Musiker, *1947
Sommermärchen | Ich saß draußen auf dem Balkon und hörte bei jedem Tor die Italiener in der Eisdiele um die Ecke jubeln.

Fotografin, *1963
Gedicht | Ein Gebet: Müde bin ich geh zur Ruh, schließe beide Äuglein zu, Vater lass die Augen Dein, über meinem Bette sein. Hab ich Unrecht heut getan, sieh es Lieber Gott nicht an, deine Gnad' und Jesu Blut, machen allen Schaden gut.

Archäologe, *1974
Millennium | Mit Freunden feiernd auf Rügen - die Welt stürzte bekanntlich nicht zusammen.

Mann, Außenhändler, *1963
Tiere | Die Katze. Die redet nicht so viel.

Fotografin, *1963
Erster Computer | Apple Power Mac 700

Steuerberaterin, *1979
Millennium | Bei meinen Eltern im Haus, aber auf einer Feier mit meinen beiden damaligen besten Freundinnen. Mein kleiner Bruder kam dauernd vorbei und nervte. Wir hatten kleines 2000-Jahr-Konfetti - das lag noch wochenlang überall rum. Damals war wir nicht so wirklich klar, wie einmalig es ist, dass ich die Jahrtausendwende miterleben durfte.

Theologin, *1968
Sommermärchen | Ich hatte eine Karte für das Viertelfinale D:ARG. Mein damaliger Mann hatte sie als Bonus seines Arbeitgebers erhalten und interessierte sich nicht dafür. So konnte ich mich darüber freuen. Da er krank geworden war, gab er sie aus "Pflichtbewusstsein" zurück. Ich konnte ihn nicht überzeugen sie zu behalten. So kam ein UPS-Mitarbeiter und brachte die Karten zu jemandem, der das sehen konnte, worauf ich mich so lange gefreut hatte.

Kommunikationsmanagerin, *1980
Mauerfall | nur ein wenig an die Fernsehbilder, aber etwas mehr an die vielen Autos von den Menschen, die bei uns im Supermarkt einkauften - wir wohnten nah an der ehemaligen Grenze

Mann1959
Erster Schultag | Altes Schulhaus über dem Sportplatz drüben mit Holzofen, gebohnerten Böden, Holztreppenhaus. Schultüte. Danach zum Kindergarten als ehemaligem Ort mit Stolz. Daheim Foto im Garten mit der Schultüte (Foto existiert noch). Hübsche Klassenlehrerin

Norddeutscher, *1962
Großeltern | Meine Großmutter Hedwig, war traurig, weil sie nicht mit ihrer Tochter, meiner Tante, auf der Wilhelm Gustloff aus Danzig fliehen konnte, sondern auf einem kleinen, nicht wirklich hochseetüchtigen Dampfer nach Dänemark mußte. Und die Gustloff wurde versenkt. Oma Hedwig war noch im 19. Jahrhundert geboren und hatte sehr viel mitgemacht, beide Kriege, Inflation, Hunger. Sie wurde 86 Jahre alt, wir haben viel Zeit mit ihr verbracht und sie sehr geliebt. Genau wie meine andere Großmutter, die sehr schön war und dick, gänzlich uneitel, ihrem wunderbaren Gesicht zum Trotz. Ihr Mann, mein Großvater, war eher still, lebte mit seinen Tieren, Hühner, Tauben, ein ganz genügsamer Mann. Er wurde von seinen Kindern sehr geliebt.

Frau, *1953
Gedicht | Wer reitet so spät durch Nacht und Wind / es ist der Vater mit seinem Kind... Nach einem Parforceritt ist bei der Ankunft das Kind tot. Goethe. Nun ja.

Blumenbinderin, *1969
Erster Computer | Jetzt dürfen alle Technikjunkies lachen, ich besitze ihn immer noch.

Buchhändlerin, 1962, *1962
11. September 2001 | Ja, im geschäft haben wir alle vorm radio und pc gehockt und konnten es nicht fassen.

Redakteur, *1964
Möbel | Ich hatte ein Ausziehbett. Es war grün gepolstert. Tags diente es als Sofa. Die Holzklappe als Rückenlehne. Dahinter war mein Spielzeug. Wenn ich krank im Bett lag, hatte ich es immer griffbereit, ohne aufstehen zu müssen.

Ingenieur, *1977
Gedicht | Dunkel war's, der Mond schien helle als ein Auto blitzeschnelle langsam um die runde Ecke bog. In einem Bus sitzen stehend Menschen schweigend ins Gespräch vertieft ....

Musiker, *1963
Großeltern | Ja, an meine Grossmutter mütterlicherseits habe ich sehr starke Erinnerungen. Sie hat mich mit Weltsicht, dem steten Bemühen, die Fassung und den Schein zu wahren, aber auch mit ihrer liebevollen Pflege von Gladiolen, also ihrem Spannungsfeld zwischen Zuwendung und christlicher Herrschsucht, geprägt.

Frau, *1978
Erster Schultag | Ja, oder vielleicht erinnere ich mich nur an das Foto mit der Schultüte, auf dem ich skeptisch gucke.

Buchhändler, *1975
Erster Kuss | Zwischen dem ersten Händchen Halten und dem ersten Kuss lag bei mir und meiner ersten Freundin ein halbes Jahr. Das entwickelte sich ganz zaghaft. Der erste Kuss war an der Bushaltestelle morgens vor der Schule. Wir standen da vor der Schule noch zusammen. Bis dann jeder in seine Schule ging. Sie Aufs katholische Mädchengymnasium, das es heute noch gibt und ich aufs gemischte Gymnasium.
Ich musste mich strecken, denn Sie war größer als ich. Der erste Kuss war überraschend warm und feucht.

Schülerin, *2001
Gedicht | ein bisschen "John Maynard" von Storm

Krankenschwester, *1980
Mauerfall | Nicht bewusst. Aber die Stimmung dieser Zeit hab ich schon mitbekommen und die Bilder stark vor Augen. Wir haben Verwandte in der Nähe von Leipzig und ich hab schon gemerkt, das da was besonders im Gang war. Ich wusste was DDR war und kann mich gut an die strengen Grenzkontrollen erinnern.

Schreibstudentin, *1994
Millennium | Ich habe leider keine Ahnung. Ich war 6 Jahre alt und entweder habe ich geschlafen oder ich bin sehr kurz darauf zu Bett gebracht worden. Aber ich erinnere mich, dass das Häbse-Theater, wo wir hin und wieder Kinderstücke sahen, das ganze Jahr über einen rosa LED-Schriftzug "2000" über dem Eingang hatte.

Studierende Mama, *1984
Spielzeug | Mein Kaufladen.

Eine Frau, *1964
Erster Schultag | Mein erster Schultag war überschattet davon, dass mein Vater vergessen hatte seinen Fotoapparat mitzunehmen. Alle anderen Kinder wurden vor der Schule fotographiert nur ich nicht. Die Fotos holten wir später vor der Haustüre unseres Hauses und im Garten nach. Ich war bitterböse und machte ein entsprechendes Gesicht. Erst nachdem wir von dem (äußerst seltenen) Mittagessen in einem Restaurant zurückkamen, war ich versöhnt und konnte auf den nächsten Fotos wieder lächeln.

Krankenschwester, *1980
Gedicht | Dunkel wars der Mond schien helle, als ein Wagen blitzeschnelle langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute, lautlos ins Gespäch vertieft, als ein totgeschossener Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar, saß auf einer grünen Banke, die rot angestrichen war.
Neben ihm 'ne alte Schrulle, die kaum siebzehn Jahr alt war. In der Hand 'ne Butterstulle, die mit Schmalz bestrichen war.

Frau, *1978
Gedicht | Robert Frost "Dust of Snow"

Tagesmutter, *1959
Erster Schultag | Nein, der ist völlig weg.

Eine Frau, *1961
Sommermärchen | Es war ganz gutes Wetter, glaub ich. Wir haben immer irgendwo rumgehockt und Spiele geguckt. Und bei einem der letzten Spiele hat einer meiner Freunde sein Bierglas vor Wut auf die Erde geschmissen. Das muss wohl der Moment gewesen sein, wo Deutschland rausgeflogen ist.

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Spielzeug | Ein brauner Teddybär, mit der Zeit war er so "verhunzt",
das meine Mutter ihn heimlich entsorgt hat.
Ich war ihr lange böse deswegen.

Eine Frau, *1950
Sommermärchen | Überhaupt keine.

Volkswirt, *1943
Großeltern | Meine Großmutter mütterlicherseits hat lange bei uns gelebt. Sie war Schneiderin und hat immer Hosen oder Jacken repariert, in die Löcher gekommen waren. Die anderen drei Großeltern starben früh. Einer der Großväter war schon tot, als ich geboren wurde.

Buchhändler, *1959
Stau | wer wäre ich, wenn nicht?

Angestellter, *1969
Erster Computer | 1996, ein wunderbarer dicker schwerer 4-86er mit Windows 95. 1000,- DM hat der mich gebraucht gekostet. Er lief und lief lange und sehr gut. Mit dem ging ich sogar 2000 in's Internet, mit einem 56k-Modem, ewig war die Telefonleitung besetzt. Meine Tochter sagte als kleines Kind zum Computer: "Papas Drucke."

Soldat, *1966
Mutter | Eine gutherzige und humorvolle Frau, die auch sehr über sich selbst lachen konnte, vor allem über ihre Versprecher oder eigenen, unabsichtlichen Wortkreationen. Und sie war immer, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, sehr großzügig. Ein gutartiger Mensch, durch und durch.

Ärztin, *1955
Erster Computer | Das ist noch nicht lange her, erst 2010 bekam ich meinen ersten Laptop und habe mich autodidaktisch abgequält. Noch heute macht er Dinge, die ich nicht verstehe und ich kann die ganzen Zaubereien noch immer nicht recht nutzen.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Spielzeug | Immer das, mit dem meine Brüder gerade spielten.

Eine Frau, *1981
Erster Kuss | Weit draußen im Meer schwimmend...

Eine Frau, *1981
Großeltern | Meine französische Großmutter kam uns jedes Jahr über Weihnachten besuchen. Sie roch nach einer Mischung von duftender Gesichtscreme und starkem Tabak. Damals für mich der beste Duft der Welt. Ich liebte es, neben ihr auf dem Sofa zu sitzen, ihre Hand zu halten, die so weich und faltig war, und ihren Geschichten zu lauschen.

Frau, TV-Producer, *1970
Großeltern | Ich erinnere mich gut an meinen Grossvater, den Vater meiner Mutter. Er war ein sehr ruhiger, dankbarer Mensch, mit sich und der Welt im Reinen. Obwohl er viel Leid erfahren hat durch den Krieg und eher bescheiden lebte, machte er auf mich einen stets zufriedenen, verschmitzten Eindruck. Er liebte mich sehr und ich hab das als Kind schon sehr gespürt. Wenn er mir ein Bonbon mehr gab als den anderen Enkeln oder eben durch die viele Zeit, die er mit mir verbrachte. Die Kraft, die ich dadurch bekommen habe, spüre ich noch heute. Wenn jemand auf dich stolz ist und dich liebt und hinter dir steht, dann trägt dich das dein ganzes Leben lang.

Organisationsentwickler, *1972
Erster Computer | Alle hatten einen C64, ich hatte einen Schneider 6128 - vielleicht liegt es daran, dass ich Computer-Spiele nicht mag.

pensionärin, *1944
Erster Schultag | ich wurde 1950 eingeschult.
das einzige, dass mir in erinnerung blieb, ist die enttäuschung darüber, dass es nicht möglich war und wir nur zu zweit drin sitzen durften.

Psychologe, *1969
Erster Computer | Ein Commodore C64, beige-braun, mit einem Cassettenlaufwerk als Speicher. Das tuagte wenig, ich kaufte dann ein 5 1/4 Zoll Laufwerk mit den biegsamen schwarzen Disks. Ein grün leuchtender Bildschirm.

Herr von und zu ..., *1968
Vater | Meinen Vater habe ich als einen sehr angenehmen Menschen in Erinnerung. Er hat mir in vielerlei Hinsicht freien Lauf gelassen, behielt aber stets die Übersicht.
Fürsorglich, verantwortungsbewusst und liebevoll, so würde ich ihn heute charakterisieren.
Ich bedaure sehr, dass er schon so früh (1986) verstorben ist. Manchmal fehlt er mir sehr, denn gern würde ich ihm meine charmante Frau vorstellen.

Lehrer, *1986
Spielzeug | Max der Bär musste überall mit hin. Ein Kuscheltier, das eine Zeit lang genauso gr0ß war wie ich und für das meine weiblichen Verwandten regelmäßig Kleidung nähten, sodass Max immer recht chic aussah.