Der Plankton-See

Hier sehen Sie eine Zufallsauswahl von „Erinnerungskristallen“, die sich bereits im Textpool befinden.

Politikwissenschaftlerin, *1961
11. September 2001 | An den 11. September 2001 erinnere ich mich noch ganz genau. Ich war für ein knappes Jahr in Münster, aus beruflichen Gründen. Im Fernsehen sah ich an diesem Nachmittag (MEZ) sozusagen live, wie das zweite Flugzeug in den zweiten Tower flog. Die Mutmaßungen der Kommentatoren - abenteuerlich. Gedrückte, ernste Stimmung überall.

Kaufmann, *1965
Sommermärchen | Es war ein sehr heißer Sommer.

apfelhari, *1944
Millennium | In einem Lokal in Barsinghausen zusammen mit meiner Frau und Freunden. Zur Begrüßung des neuen Jahrtausend stiegen wir auf eine in der Nähe befindliche Abraumhalde und beobachteten die Feuerwerke in der Umgebung.

Studentin, *1985
Erster Schultag | Ich hatte schon bei der Einschulungsfeier keine Lust mehr.

eine Schülerin, *1997
Spielzeug | Meine Freundin Rahel

Hausmeister, *1950
Gedicht | Ja, mehrere: Christian Morgenstern 1 und 2 aus"Wir fanden einen Pfad"; W. Busch, Strebst du nach des Himmels Freude... aus der Kritik des Herzens; J.W. von Goethe "Wanderers Gemütsruhe" aus dem West-östlichen Diwan

Krankenschwester, *1980
Spielzeug | Ein Stoffhund namens Lady, der mir wichtig war, bis ihm ein Auge fehlte. Gemein, ich weiß.

Lehrerin, *1952
Tiere | Als Kind hatte eine Schulkameradin einen irischen Setter, um den ich sie beneidet habe. Nach wie vor finde ich diese Hunderasse besonders schön.

eine Berlinerin, *1968
Großeltern | Ja, mit Opa bin ich immer mit der Berliner S-Bahn gefahrn und wir haben uns die ganzen Denkmäler angeguckt. Der Wilhelm unter den Linden. - Ne Friedrich...
Und dann habe ich immer eine Schnur an seinem Jackenknopf befestigt und ihn geführt. Da war er mein Pferdchen. Das hat er mit sich machen lassen. Und er hat immer gelacht wie Ernie. Das Lustige habe ich von Opa.

Norddeutscher, *1962
Erster Computer | Ich kann mich an jeden einzelnen meiner Computer erinnern. Mein erster Computer war gar kein richtiges Elektronenhirn, sondern ein Word Processor von der Firma Panasonic. Der hatte einen Bildschirm, der aber nicht mal hintergrundbeleuchtet war. Und ein unendlich langsames Diskettenlaufwerk. Man konnte seine Texte damit gleich ausdrucken oder auch speichern. Es war im Grunde genommen eine Typenradschreibmaschine mit sehr viel Elektronik. Mein zweiter, und eigentlich erster Computer, war ein Apple Notebook. Das war 1994. Der konnte noch nicht sehr viel, weniger als mein heutiges Smartphone.

Eine Lehrerin, *1970
Erster Kuss | Ja. War aber nichts besonderes.

Ärztin, *1951
Millennium | auf dem Marktplatz, mit vielen Menschen und Musik

Soziologe, *1981
Großeltern | Vor allen Dingen an meine Großmutter mütterlicherseits, die bereits verwitwet war, als ich geboren wurde. Jedes Wochenende besuchten wir sie, spielten in der alten Backstube (eine Konditorenfamilie), kletterten im Kirschbaum oder gingen ans Flusswehr. Den ersten und zweiten Weihnachtstag verbrachten wir auch immer dort, die ganze Großfamilie, mit die glücklichsten Tage meiner Kindheit.

Organisationsentwickler, *1972
Erster Computer | Alle hatten einen C64, ich hatte einen Schneider 6128 - vielleicht liegt es daran, dass ich Computer-Spiele nicht mag.

Ingenieur, *1952
Erster Schultag | Und wie, die Schultüte war eine echte Überraschung.

Pensionierter Lehrer, *1941
Erster Kuss | Ja, natürlich.

krankenschwester, *1964
Gedicht | Nein, leider nicht. Viele anfänge, einzelne zeilen aber ein vollständiges nicht. Habe immer mal einen anlauf genommen lieblingsgedichte auswendig zu lernen, war dann aber doch zu faul.

Schülerin, *2001
Millennium | im Kinderteich....

Eine Frau, *1961
Spielzeug | Der Steinbaukasten meines Bruders. Manchmal habe ich auch mit Puppen gespielt, aber ich hatte keine Geduld mit ihnen.

Studentin, *1994
11. September 2001 | Ja ich war gerade in der ersten Klasse. Erst habe ich garnicht verstanden was passiert ist, bis auch ich im Fernseher die schrecklichen Bilder gesehen habe. Durch die versteht man auch als Kind dass dort etwas schlimmes passiert ist. Auch wenn einem die politischen Hintergründe nivht bewusst sind.

Herr von und zu ..., *1968
Prominenz | Es war vor etwa drei oder vier Jahren in Berlin. Meine Frau und ich saßen im Adlon-Foyer bei einer Tasse Tee, als mich meine Frau plötzlich auf ein reges Treiben im Entrée aufmerksam machte.
"Dort, an der Rezeption, schau doch mal, ist das nicht der Genscher?" Und tatsächlich, als ich mich umdrehte, erkannte ich den Außenminister a.D. ebenfalls.

Ärztin, *1955
Mauerfall | Ja. Ich habe die TV-Berichterstattung live verfolgt und auf Video aufgezeichnet.Irgendwann nach einigen Reisen in die neuen Bundesländer habe ich das Video dann gelöscht. Schade.

Ergotherapeutin, *1946
Mauerfall | Ich war zu hause und erfuhr es aus dem Fernsehen . Als ehemaliges Flüchtlingskind konnte ich es kaum fassen, weinte und tanzte vor Glück . Auch heute noch habe ich Tränen in den Augen, wenn darüber berichtet wird.

Ingenieurin, *1964
Mauerfall | Ich erinnere mich daran, dass ich zuerst nicht realisierte, welche Bedeutung dies hatte.

Drucker, *1946
Mauerfall | Ja, sehr lebhaft. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, irgendwo zwischen Freude und Sehnsucht. Aber ich weiß nicht, weshalb. Wir hatten keine Verwandtschaft in der DDR. Aber ich war 1988 auf der Leipziger Herbstmesse. Da konnte man schon eine baldige Veränderung spüren. Es lag was in der Luft. Nur was, daß wußte man nicht!

Marketingmanager, *1969
Großeltern | Nur an meine Großmutter mütterlichseits - eine standhafte Frau aus Flensburg. Sie war Krankenschwester in Hamburg während der Bombennächte im Zweiten Weltkrieg. Ihre Erzählungen sind mir eindrücklich im Gedächtnis geblieben. Besonders die Geschichte einer verwirrten jungen Mutter, die mit ihrem Baby auf dem Arm in eine Straße laufen wollte durch die eine Phosphorflammenwand schoss. Meine Oma habe sie geohrfeigt und in in den Krankenwagen gezerrt, der gerade noch rechtzeitig wegfuhr. Obwohl mein Oma ihren Mann und drei Brüder im Krieg verloren hat, hat sie nie ihre Zuversicht verloren. Sie hat noch lange als Krankenschwester gearbeitet und ist über 90 Jahre alt geworden.

Ärztin, *1951
11. September 2001 | normal gearbeitet, meinen Sohn von Tanzstunde abgeholt: alle erzählten davon. Ich konnte mir soviel Perversität nicht vorstellen: Menschen zu lebenden Bomben gegen Andere einzusetzen!

Apotheker, *1949
Prominenz | Ja, dadurch, dass ich ständig zwischen Ruhrgebiet und Berlin pendele gar nicht mal so selten. Sehr eingeprägt hat sich bei mir die Begegnung mit Dieter Hildebrandt, der mal auf dem Weg von Berlin nach Nürnberg mir im Zug gegenüber saß. Da haben wir uns recht lang und ausführlich unterhalten. Und wie so oft merkt man dann, dass diese Promis eben auch meist ganz normale, nette Menschen sind...

Bankkaufmann, *1965
Millennium | Den Jahrtausendwechsel haben meine Frau und ich, wir waren gerade 1 1/2 Jahre verheiratet, mit Freunden verbarcht. Aber letztlich fand ich den gar nicht so spektakulär. Ausserdem gehöre ich zu den Klugsch..., die den Jahrtausendwechsel auf den 31.12.2000 gelegt habe - aber da hat keiner mehr so enthusiastisch mitgefeiert.

Eine Frau, *1950
11. September 2001 | Ja...an der Arbeit (in der Schule) wurde eine Schulversammlung einberufen...großes Entsetzen

eine Berlinerin, *1968
Gedicht | Immer Lustig, immer froh,
wie der Mops im Paletot.

Das habe ich von meinem Opa

Ingenieur, *1977
Mauerfall | Ja, meine Großtante kam uns dann das erste mal besuchen!

med. techn. Asistentin, *1052
Spielzeug | eine puppe namens silke

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Großeltern | Mein Großvater Mütterlicherseits war sehr geizig und dem entsprechend Reich, seine Frau habe ich als sehr nett empfunden, sie ist aber leider sehr früh gestorben.
Väterlicherseits: Großvater hatte beide Kriege aktiv mitgemacht, war schwer behindert, als ein russischer Panzer über sein Schützenloch gefahren ist und ihn begraben hat.
Er saß immer am Tisch (lesend u. rauchend, Marke Krone) und sagte einmal, "Wenn ich nicht mehr lesen und rauchen kann, bin ich Tot.
Bei meiner Oma bin ich aufgewachsen, sie war sehr liebevoll und umsichtig, und es gab immer viel und gut zu Essen.

Krankenschwester, *1980
Gedicht | Dunkel wars der Mond schien helle, als ein Wagen blitzeschnelle langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute, lautlos ins Gespäch vertieft, als ein totgeschossener Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar, saß auf einer grünen Banke, die rot angestrichen war.
Neben ihm 'ne alte Schrulle, die kaum siebzehn Jahr alt war. In der Hand 'ne Butterstulle, die mit Schmalz bestrichen war.

Redakteurin, *1966
Erster Computer | Ja, er war von "Aldi" und ich habe ihn mit der Karre eines Berliner Bierkutschers in Berlin-Neukölln über die Strasse in meine Wohnung bugsiert, Sommer 1996.

Ingenieur, *1952
Erster Computer | Welch ein Erlebnis, diese Maschine hat mein Leben nachhaltig verändert. Als ich mir endlich einen leisten konnte und zwar als Student, habe ich nächtelang damit gearbeitet, d.h.gespielt.

apfelhari, *1944
Spielzeug | Ein selbst gebauter Flitzebogen.

Schreiberin, *1982
Mauerfall | Meine Schwester und ich guckten "Hallo Spencer". Plötzlich kamen unsere Eltern rein und haben einfach das Programm umgeschaltet. Dort kletterten allerhand Menschen eine Mauer hoch und freuten sich. Unsere Mutter fing an zu weinen.

eine Schülerin, *1997
Erster Kuss | Meine beste Freundin hat so getan, als ob sie schlafen würde, der Junge, der mich küsste, war mein bester Freund, ich hatte mir 24h nicht die Zähne geputzt und es war der Beginn von etwas langem, lustigen, kompliziertem.

Künstlerin, *1966
11. September 2001 | Ich war damals schwanger im siebten Monat. Ich wollte einen Bericht im TV sehen, aber der fiel aus, statt dessen schien es auf allen Kanälen etwas über einen Flugzeugabsturz zu geben, ich wollte aber keine Katastrophen sehen und schaltete aus. Dann machte ich einen langen Nachmittagsschlaf. Mein Mann kam am frühen Abend nach Hause und war erstaunt, daß ich es noch nicht wußte. Wir saßen dann bis tief in die Nacht fassungslos vor dem TV. Plötzlich dachte ich: Mein Kind! Das hat sich heute noch gar nicht bewegt. Ich sagte: "Gib mir ein Zeichen, daß du noch da bist!" Da bekam ich einen Tritt gegen die Bauchdecke.
Später als Kindergartenkind wollte meine Tochter diese "Szene" mit dem Tritt immer wieder durchspielen nachdem wir einmal einen Bericht über 9/11 im TV gesehen haben.

Archäologe, *1974
Großeltern | Vom Krieg schwer gezeichnete Menschen. Einfach lebend und immer arbeitend. Mein Großvater hat immer am Tag der Entlassung aus russischer Gefangenschaft nicht gearbeitet und mit uns schöne Sachen unternommen. Er kam nach 4,5 Jahren mit 47 kg und invalide aus Sibirien zurück. Ewig die Kommunisten hassend - für mich in der DDR dadurch sehr interessant. Er hat mir schon als kleines Kind mit einem Atlas die weite Welt nahe gebracht. Als Kind durfte man dort immer bis zum Sendeschluß gucken und es gab in den Ferien Wahlessen.

Studentin, *1994
Großeltern | Ja, jedoch leider nur mütterlicher Seite, mein Opa väterlicher Seite starb noch vor meiner Geburt, während meine Oma väterlicher Seite starb als ich noch ein Baby war.
Omi und Opi, so nannten wir unßere Großeltern mütterlicher Seite, wohnten bei uns im Haus.
Mein Opi hat als meine Mama noch ein Kind war ein riesiges Grundstück gekauft.
Solange wir die geliebten Blumen nicht kaputt machten durften wir ausgiebig im Garten spielen.
Aber wehe wir haben ein Bonbonpapier verloren oder gar den Fußball in das Beet gekickt.
Dann waren die beiden nicht so begeistert. Manchmal wurde der Ball dann von meinem Opi im Schrank verstaut. Andererseits war mein Opi immer da wenn am Fahrrad mal etwas nicht gestimmt hat und meine Omi kocht noch heute gerne für mich Milchreis :) und wohnt noch immer im Haus.

Buchhändler, *1975
Millennium | Ich bin bewusst mit einem Freund nach Mecklenburg-Vorpommern in die Einsamkeit gefahren. Da wurde fast gar nicht geknallt. Silvester hat mich noch nie sonderlich gereizt. Wir hatten keine Lust auf den Wahnsinn in Berlin, wo kleine Jungs schon Tage vorher wie wild mit Böllern um sich warfen, sogar in die Tankstelle neben meiner Wohnung.

dramelia, *1991
Sommermärchen | Ja. Das einzige, was ich noch sehr genau weiß, war, dass meine beste Freudin an diesem Tag Schulabschluss hatte und sämtliche Leute nach Hause gefahren sind, um das Deutschlandspiel zu sehen.

Kaufmann, *1965
Erster Computer | Meinen ersten Computer kaufte ich erst im Alter von 33 Jahren. Vorher hatte ich eine Anschaffung immer abgelehnt, da ich mich in meiner Freizeit lieber mit dem Lesen von Büchern beschäftige. Das tue ich auch nach wie vor. Ins Internet geht es nur 30 Minuten pro Tag.

Theologin, *1968
Millennium | Dass es auch ein Jahrhundertwechsel war, habe ich überlegt. Und staunend darüber, was hundert Jahre bedeuten, sah ich glücklich auf mein schlafendes zweijähriges Kind.

Arzt, *1977
Großeltern | Opa fegte sonnabends Hof und Gasse und putzte den Spaten aus dem Reichsarbeitsdienst nach dem Umgraben immer mit Öl. Oma stand in der Waschküche in Kittelschürze, Fliegen surrten aus der Sommerhitze herein, sie buk Kartoffelpuffer und kochte Apfelmus.

Lehrer, *1986
11. September 2001 | Sehr intensiv, denn das war das erste historische Großereignis, das ich bewusst und auch den ganzen Tag am TV verfolgt habe. Wir waren gerade Skateboard fahren vor dem Haus eines Freundes, als dessen Mutter uns reinrief, es wäre etwas passiert.

Germanistin, *1930
Erster Schultag | Im Klassenzimmer suchte sich jedes Kind einen Platz. Weil ich alles genau mitkriegen wollte, wählte ich einen vorderen Platz, jedoch in der zweiten Reihe, so ganz ungeschützt in der ersten war es mir zu riskant, in der zweiten fühlte ich mich wohl. Am nächsten Tag war mein Platz besetzt. Das andere Mädchen behauptete steif und fest, gestern da gesessen zu haben. Die Lehrerin meinte, ich wäre wohl die Vernünftigere und setzte mich nach hinten in die fünfte Reihe. Mir war die Freude verdorben. Aber ich hatte schon etwas gelernt: Die Lüge und die Frechheit waren stärker als ich.

Studentin, *1987
Erster Kuss | Überraschend, aber sehr herbei gewünscht. Tanzend, mitten in der Nacht, nur wir zwei...

Volkswirt, *1943
Millennium | In Barsinghausen/Niedersachsen. Wir waren aus Kolumbien auf Urlaub gekommen, um dieses besondere Silvester mit Freunden in Deutschland feiern zu können.

Sozialarbeiterin, *1960
Gedicht | Ja. Ein Gedicht von Brecht. Sieben Rosen hat der Strauch, sechs gehörn dem Wind. Aber ein bleibt dass ich, auch noch eine find. Sieben Male ruf ich Dich, sechs mal bleibe fort. Aber beim siebten Mal versprich, komme auf ein Wort

Schülerin, *1998
Spielzeug | Ich habe gern mit Polly Pocket gespielt.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Großeltern | Nur an die Großmütter, die Opas waren beide schon tot. Die MutterMutter lebte in der Nähe und war eine recht einfach gestrickte Frau. Mama hat sie wohl gehasst, weil sie von ihr als Kind häufig geprügelt wurde, ihren Vater vergötterte sie. Zu mir und den Brüdern war sie immer gut und freigiebig.
Die VaterMutter habe ich nur einmal gesehen. Sie lebte in der DDR und war in den frühen 70ern einmal zu Besuch.

Ergotherapeutin, *1946
Millennium | Zuhause mit Ehemann und Enkelkind

Eine Frau, *1948
Gedicht | Einige, als erstes fällt mir "Der alte Tibettteppich" von Else Lasker-Schüler ein: Deine Seele, die die meine liebet ...

Diplomingenieur, *1965
Gedicht | Ja, viele lustige. "Der Hase imRausch" und " Die sieben Sachen" zum Beispiel.

Ein Mann, *1968
Erster Computer | War ein VC 20

Volkswirt, *1943
11. September 2001 | Sehr gut.. Ich befand mich in Kolumbien seit dem 16.Juli 2001 in Gefangenschaft der Farc-Guerrilla. In der Scheune, in der wir versteckt gefangen gehalten waren, verstummte plötzlich der permanent eingeschaltete Dudelfunk und auch alle anderen Sender unterbrachen ihr Programm und die Korrespondenten aus New York meldeten sich und berichteten über das Attentat. Natürlich kannte auch ich aus dem Radio bald die Zahlen der Opfer usw. Aber erst als nach meiner Freilassung ich im Dezember 2001 im ARD-Jahresrückblick zum ersten Mal auch Fernsehaufnahmen sehen konnte, begriff ich die Dimension der Zerstörung.

Eine Frau, *1961
Erster Kuss | Im Ferienlager, da war ich dreizehn. Der Junge hieß Marek und kam aus Polen. Wir haben nicht viel geredet, was ich gut fand. Aber irgendwann hat er plötzlich ganz viel geredet, und ich hab kein Wort verstanden. Dann hat er mich geküsst. Das war wie nasser Waschlappen im Gesicht. Nicht gut. Wir haben uns nach dem Ferienlager noch zweimal geschrieben.

Lehrer, *1962
Mutter | Meine Mutter war ein Feldwebel. Ihr Wort war Gesetz. War man nicht ihrer Meinung, dann war man gegen sie und hatte sie zum Feind. War man kein Feind, dann konnte sie sehr liebenswürdig und hilfsbereit sein. Da mein Vater sie einmal betrog und ein uneheliches Kind zeugte, terrorisierte sie ihn bis zu ihrem Tod.

Ein Mann, *1968
Spielzeug | Es war ein vollgesabberter Hase. Meine Mutter hat den mal gewaschen, den wollte ich dann nicht mehr.

Studentin, *1985
11. September 2001 | Ich saß nach der Schule vor dem Fernseher, als die Berichtserstattung anfing. Ich weckte meine Mitbewohnerin und war überzeugt, dass jetzt ein Krieg beginnt...

Soldat, *1966
Möbel | Mein Vater hat viel "geheimwerkt" und hatte eine eigene kleine Werkstatt. Eines Tages hatte er aus einer dicken Eichenbohle einen dreibeinigen Blumentisch gezaubert. Die Füße selbst gedrechselt. In der Bohle selbst war durch wohl durch ein Astloch ein dreieckige Vertiefung entstanden, wie ein natürlicher Aschenbecher. Selbstverständlich wurde das Astloch dafür nicht verwendet.

Redakteurin, *1966
Spielzeug | Meine Puppen.

Ergotherapeutin, *1946
Gedicht | Ja , einige aus meiner Schulzeit so halb .

Naturwissenschaftlerin, *1948
Mauerfall | An den Tag selbst nicht, aber gut an die Tage danach, an denen viele, viele Bürger der DDR zum Einkaufen kamen und die Kaufhäuser extra Abteilungen mit billigen Waren einrichteten. Meine Verwandten in der DDR waren bereits gestorben, was mir leid tat. Die Freude hätte ich ihnen gewünscht.

med. techn. Asistentin, *1052
Erster Kuss | ja, sehr genau

Musiker, *1947
Mauerfall | Nein. Keine Erinnerung.

Politikwissenschaftlerin, *1961
Erster Computer | Mein erster Computer war ein gebrauchter Laptop. Die "Anschaffung" geschah im Jahr 2000.

Ingenieur, *1977
Gedicht | Dunkel war's, der Mond schien helle als ein Auto blitzeschnelle langsam um die runde Ecke bog. In einem Bus sitzen stehend Menschen schweigend ins Gespräch vertieft ....

Lehrer, *1986
Großeltern | Ja, meine Großmutter, winzig klein und mit Buckel, hat mich jeden Tag nach der Grundschule zum Essen, Malen, Fernsehen, Memorie spielen und Kreuzworträtsel lösen bei sich zu Hause empfangen.

Herr von und zu ..., *1968
Mutter | Meine Mutter versuchte uns allen eine angenehme Zeit zu ermöglichen. Sie war pflichtbewusst und ich denke man konnte sich auf sie verlassen. Sie hatte sehr viel Freunde daran, Neues auszuprobieren.
Dies betraf besonders ihre Experimentierfreudigkeit bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln. Hierbei traf sie allerdings nicht immer unsere kulinarischen Präferenzen. Trotzdem vielen Dank, Mutter!

Angestellter, *1938
Spielzeug | Ein Fussball. Ich habe mit meinem Bruder auf ser Straße vor unserem Haus gespielt. Die Straße war damals noch nicht einmal asphaltiert. Heute ist da soviel Verkehr, dass man Mühe hat, wenn man sie als Fußgänger überqueren möchte.

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Sommermärchen | Nein, nicht gesehen,
Fußball ist nicht mein Ding.

Sportmanager, *1977
Erster Computer | Ja. Gleichzeitig der erste für lange Zeit, den ich nicht selbst zusammengebastelt habe...

Schülerin
Spielzeug | Mein Kuscheltier. Das war ein Eisbär, der Otto hieß. Ich habe ihn von meinen Großeltern bekommen. Mein Opa hat ihn nach Otto von Bismarck benannt.

Soldat, *1966
Stau | Leider öfter als einem lieb ist. Vor allem wenn man dann eine Rettungsgasse bilden muß und die Einsatzfahrzeuge sich nach vorne quälen, dann weiß man, das es wieder länger dauert. Einmal nachts auf der A7, nach einem Lkw Unfall, sind wir dann nach stundenlanger Warterei über eine winzige Notausfahrt ins Nirgendwo geleitet worden. Ohne Navi wäre man dort komplett aufgeschmissen gewesen.

Bankkaufmann, *1950
Stau | Das läßt sich kaum vermeiden; irgendwann passiert es. Den längsten Stau (ungefähr 1,5 Stunden) habe ich in Ostfriesland erlebt, als es in einer Baustelle einen Unfall gab. Da konnten die Kinder Ball spielen, weil auch die Gegenfahrbahn gesperrt war.

Lebenskünstlerin, *80
Spielzeug | Barbie.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Erster Kuss | Wer täte das nicht...
Christel hieß sie...

Eine Frau, *1948
Erster Computer | Nachdem ich seit Anfang der 80er Jahre im Beruf mit Computern gearbeitet hatte, wollte ich einen Apple-Laptop haben, den ich überall hin mitnehmen konnte. Aber fast noch stolzer war ich auf eine tolle externe und sauteure Festplatte mit ganzen 30 GB, die heute lässig in einen kleinen Stick passen. Der Laptop ist längst verschenkt, die Festplatte habe ich immer noch.

Eine Frau, *1965
Mauerfall | Schwach

Journalist, *1957
Erster Schultag | Volksschule - wie das in Bayern hieß - nicht, aber Gymnasium schon. Das war ein Internat, und am ersten Tag, bei der Ankunft mit Schülern aus allen Gegenden Deutschlands, gab es heißen Kakao aus großen verbeulten Alukannen und Schneckennudeln.

Mann, *1967
Mutter | Sie war sehr gut zu uns, von ihr habe ich einiges, zum Beispiel eine gewisse Scheu vor Risiken und Konflikten. In unserer Familie hatte sie wohl die "Richtlinienkompetenz". Hoffentlich bleibt sie noch lange gesund.

Mann, *1965
Vater | Gott sei Dank, mein Vater ist noch. Ich habe ihn als Jemanden in Erinnerung, der eigentlich immer für uns da war und ist. Mit ihm konnte ich mich in meiner Jugend so verbissen streiten, wir hatten oft die verschiedensten Ansichten, habe uns aber immer wieder gefunden und teile noch heute diese Erinnerungen.

Frau, *1953
Mauerfall | Ich saß auf dem Sofa und starrte fassungslos auf den Bildschirm.

Schülerin, *1998
Erster Computer | Ja, ich habe leider Kirschsaft über ihn gekippt.

Fahrlehrer, *1935
Prominenz | In einem Saal eines großen Verlagshauses sprachen Prominente, die sich in einer Rede vorstellten. Frau Merkel sprach als Kanzlerkandidatin über ihre politischen Vorstellungen und wurde von einem Besucher gefragt, ob sie sich als Frau in ihrem politischen Umfeld gut behandelt fühle und antwortete spontan "Wenn mir immer meine Vorredner das Mikrofon auf meine Höhe zurückstellen, bin ich glücklich"

Eine Frau, *1968
Erster Schultag | Meine Mutter musste arbeiten und konnte mich daher nicht zur Einschulung begleiten. Eine Nachbarin brachte mich hin und wartete vor der Schule auf mich. Ich hatte aber eine besonders schöne Schultüte mit vielen Süßigkeiten, die hatte meine Mutter gefüllt. Die Nachbarin habe ich vierzig Jahre später wiedergetroffen, sie war immer noch gerührt, dass sie die Notbesetzung gewesen ist.

Diplom-Bibliothekar, *1965
Prominenz | In Köln, wo ich wohne sieht man häufig Prominente. Einmal habe ich mit einem Freund Jean Pütz gesehen. Mein Freund rief laut "Guck mal, Jean Pütz" - Pütz drehte sich zu uns um, das war mir peinlich.

Ingenieur, *1977
Sommermärchen | Ja, ich war live dabei! Mein bester Freund und ich hatten Karten für das Spiel um Platz 3 bekommen und uns zunächst sehr darüber geärgert, weil wen interessiert schon der 3. Platz?
Als dann allerdings Deutschland gegen Portugal um Platz 3 spielen sollten warn uns die Karten doch nicht mehr so ganz unrecht!
Wir waren auch im Stadion - so eine Stimmung habe ich seither nie mehr erlebt - einfach der absolute Wahnsinn!

Eine Lehrerin, *1970
Großeltern | Von den Großeltern habe ich jeweils nur die Großmütter kennenlernen dürfen. Der Großvater väterlicherseits ist im 2. Weltkrieg im heutigen Lettland gefallen und der andere 1960 an Magenkrebs gestorben. Die Mutter meiner Mutter war ein warmherzig aber wohl in jüngeren Jahren ein Drache. Eine Matriarchin . Die Mutter meines Vaters war spröde und von einem harten Leben gekennzeichnet.

Mann, Außenhändler, *1963
Reise | Oh ja, an viele. Am liebsten an die Reisen nach Griechenland, da wird mir das Herz warm.

Archäologe, *1974
Sommermärchen | Sonne - Freude - Kopfstoß Zidane - schauspielernder Italiener - falscher Weltmeister

Ethnologin, *1943
Vater | Ich habe ihn als sanften Mann in Erinnerung. Aus der Erziehung hielt er sich raus. Als Soldat spielte er mit seinem Vorgesetzten um Geld und ließ diesen immer gewinnen, um nicht an die Front zu müssen. Nach Kriegsende auf dem Weg nach Hause erhielt er einen Kopfschuss und überlebte knapp. Nach dem Verlust des Hauses durch unsere Flucht in den Westen wollte er nie mehr ein eigenes Haus haben.

Eine Frau, *1961
Sommermärchen | Es war ganz gutes Wetter, glaub ich. Wir haben immer irgendwo rumgehockt und Spiele geguckt. Und bei einem der letzten Spiele hat einer meiner Freunde sein Bierglas vor Wut auf die Erde geschmissen. Das muss wohl der Moment gewesen sein, wo Deutschland rausgeflogen ist.

Mann, *1965
Auto | Ja, ein uralter VW Käfer, den ich zum Führerschein von meinen Eltern geschenkt bekommen habe.

Pensionierter Lehrer, *1941
Sommermärchen | Nein - Fussball interessiert mich nicht besonders.