Der Plankton-See

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med. techn. Asistentin, *1052
Erster Kuss | ja, sehr genau

Apotheker, *1949
Auto | Oh ja! Das war 1968 ein nagelneuer NSU-TT, eine richtige kleine Rakete mit fast 80 PS bei knapp 600 kg Gewicht. Leider fand unsere Freundschaft schon nach einem kanppen Jahr in der stillen Eifel nahe Adenau ein abruptes Ende, die knorrigen Buchenhecken des Nürburgrings waren stärker. Aber die Lehren, die ich daraus gezogen habe, haben mich im weiteren Leben vor schweren Unfällen bewahrt.

Kaufmann, *1965
Großeltern | Als meine Großmutter mütterlicherseits starb, war ich schon 46 Jahre alt. Eine extrem herrschsüchtige Frau, die ständig im Mittelpunkt stehen wollte und durch fingierte Krankheiten zusätzliche Aufmerksamkeit für sich beanspruchte. Ich frage mich häufig, woher diese sehr einfache Frau eigentlich ihre Autorität bezog, so daß viele in der Familie ihr nicht zu widersprechen wagten. Ich hatte diese Schein-Autorität schon als Kind durchschaut.

Norddeutscher, *1962
Großeltern | Meine Großmutter Hedwig, war traurig, weil sie nicht mit ihrer Tochter, meiner Tante, auf der Wilhelm Gustloff aus Danzig fliehen konnte, sondern auf einem kleinen, nicht wirklich hochseetüchtigen Dampfer nach Dänemark mußte. Und die Gustloff wurde versenkt. Oma Hedwig war noch im 19. Jahrhundert geboren und hatte sehr viel mitgemacht, beide Kriege, Inflation, Hunger. Sie wurde 86 Jahre alt, wir haben viel Zeit mit ihr verbracht und sie sehr geliebt. Genau wie meine andere Großmutter, die sehr schön war und dick, gänzlich uneitel, ihrem wunderbaren Gesicht zum Trotz. Ihr Mann, mein Großvater, war eher still, lebte mit seinen Tieren, Hühner, Tauben, ein ganz genügsamer Mann. Er wurde von seinen Kindern sehr geliebt.

Fahrlehrer, *1935
Auto | Das erste Auto nach der Führerscheinprüfung war ein DKW-Meisterklasse, Bauj.´39, viel Holz in der Karosserie, ein Zweitaktmotor mit 800 ccm und schon der wurde von mir mit Stolz gefahren. Straßenlage NULL und in jeder Kurve gefährlich, Höchsttempo 80 km/h, aber mangels Alternative vorsichtig gefahren. Die Ansprüche waren gering, der Besitzerstolz überwog. Er stand immer zuverlässig zur Verfügung.

Herr von und zu ..., *1968
Tiere | Als Verhaltensbiologe habe ich viele Tiere, die mich sehr beeindrucken und faszinieren.
Die Tatsache jedoch, dass ich mit Hunden aufgewachsenen bin, lässt meine Passion für den besten Freund des Menschen schon erahnen. Und ich denke, so ist es auch. Kinder und Hunde bereichern das eigene Leben ungemein.

Rentnerin, *1948
Millennium | Unspektakulär! Wahrscheinlich in Berlin. Aber mit wem? Auf alle Fälle mit meiner Freundin

Organisationsentwickler, *1972
Erster Computer | Alle hatten einen C64, ich hatte einen Schneider 6128 - vielleicht liegt es daran, dass ich Computer-Spiele nicht mag.

Germanistin, *1930
Großeltern | Große Fotoportraits, sehr würdevoll, hingen über dem Wohnzimmersofa, und es gibt eine Fotographie von Ihnen mit Ihren sieben Kindern, prächtig gekleidet und ernst, die Gruppe aufgebaut wie die Bilder der kaiserlichen Familie etwa um 1910.
Ich habe den Ehering meiner Großmutter geerbt.
Als mein Großvater krank war, sollte ich Ihm die Füße zudecken, was nicht gut gelang und er sagte:"Bist du dumm." Was nicht stimmte.
Als meine Großmutter später im Krankenhaus lag, schenkte Sie mir zwei Mark, damit ich mir einen kleinen Stoffaffen kaufen konnte, und sagte: "Du bist doch noch ein ganzes Kind." Das stimmte. Und das Tierchen war der Grundstein für eine große Stofftiersammlung.

Professor, *1960
Prominenz | Der erste Prominente, an den ich mich erinnere, war Telly Savallas (»Kojak«). Ich flog 1976 von Montreal nach New York und ging durch die erste Klasse zur Toilette. Und da saß er. Ich bat ihn um ein Autogramm, und ich weiß noch, dass er nach Rauch gerochen hat.

Eine Frau, *1961
Erster Computer | Ja. Der war noch mit Diskettenlaufwerk und ich habe auf ihm nächtelang das Adventures "Day of the Tentacle" gespielt.

med. techn. Asistentin, *1052
Sommermärchen | ja, an die fan fest auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg mit meinen Töchtern

Eine Frau, *1950
Erster Schultag | Meine Schultüte war grün und gold...es war der 1. Dezember (Kurzschuljahre)

Politikwissenschaftlerin, *1961
Großeltern | Meine Großeltern mütterlicherseits lebten auf dem Lande etwa 50 km von Leipzig entfernt. Ich erinnere mich an heiße, trockene Feriensommer dort. Mit Baden, Blaubeeren sammeln, Mückenstichen und Sonne......
Von meinem Vater habe ich nur die Mutter kennengelernt. Die Eltern meines Vaters waren geschieden. Diese Oma lag meist auf dem Sofa, rauchte, las und erzählte von früher. Für mich als Kind wahnsinnig interessant. Wir wohnten in einem Mehrfamilienhaus in Leipzig, so dass ich sie täglich besuchen konnte.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Sommermärchen | Seit Jahren verschollene englische Freunde riefen an, weil sie hofften, an Karten kommen zu können.

Steuerberaterin, *1979
Spielzeug | Meine Barbiepuppen - da hatte ich ziemlich viele. Dazu ein tolles Haus, tolle Möbel, ein Pferd und den Ferrari - deshalb haben auch die Jungen mitgespielt, jeder wollte den Ferrari fahren. Ich habe es gemocht, die Barbies schick anzuziehen und zu frisieren.

Frau, *1978
Erster Computer | Ein C64, auf dem man Spiele spielen konnte, wenn man Programmierbefehle eingehämmert hat.

Mann, *1965
Möbel | Ja, eine rote, aus Holz gezimmerte Spielkiste, welche mein Opa selbst hergestellt hatte. Diese war von der Größe her für mich damals riesig, man konnte darauf sitzen. In meinen Erinnerungen wurde mir von meiner Tante dort immer bei Besuchen aus Kinderbüchern vorgelesen.

Rentnerin, *1948
11. September 2001 | Ich fuhr zur Arbeit und hörte Radio. Es wurde ständig wiederholt. Ich konnte es nicht glauben, und nach der Arbeit sah ich es noch diverse Male im Fernsehen.............

Diplom-Bibliothekar, *1965
Möbel | Mein Zwillingsbruder und ich bekamen eine neue Einrichtung für unser gemeinsames Kinderzimmer. Mein besonderer Stolz war der neue Sekretär - aus Echtholz, Kiefer hell, mein Bruder wollte einen grünen Sekretär, schauderhaft. Zum Glück habe ich mich durchgesetzt.

Eine Frau, *1948
Großeltern | Die Eltern meines Vaters und meiner Mutter starben vor meiner Geburt. Meine Mutter verlor ihren Vater als kleines Kind, ihre Mutter als junges Mädchen. Mein Grossvater väterlicherseits starb im Krieg, seine Frau ein halbes Jahr vor meiner Geburt. Viel Tod in der frühen Familiengeschichte. Die Schwestern meines Vaters wurden für mich eine Art Grosseltern-Ersatz.

Tagesmutter, *1959
Sommermärchen | Ein wenig, in Leipzig war recht viel los und eine meiner Muttis der Kinder die ich betreue , hat in Leipzig auf dem Augustusplatz eine kurze Ansprache vor dem Spiel der Spanier gehalten, sie ist Spanierin gewesen, hat mich ein wenig stolz gemacht.

Mann, *1967
Tiere | Die Ente. Entenpaare finde ich ausgesprochen sympathisch. Im übrigen schmeckt sie ausgezeichnet.

Schüler, *1997
11. September 2001 | Nein, ich war noch zu jung.

Organisationsentwickler, *1972
11. September 2001 | Ich war bei der Arbeit, als jemand den großen Fernseher anstellte und wir den Einschlag des 2. Flugzeugs live miterlebten. Ein krasser Moment, für mich und für das kollektive Bewusstsein.

Soziologe, *1981
Mauerfall | Ich verstand die politische Dimension noch nicht, offensichtlich. Aber die Aufregung der Erwachsenen zeigte mir, dass hier etwas Großes passierte. Zwei Monate später fuhren wir dann mal rüber, es war ein grauer, feuchter Januar-Tag in einem grauen, feuchten Land.

Steuerberaterin, *1979
Sommermärchen | Als Nicht-Fußball-Fan... nicht wirklich - außer gutes Wetter, überall die Deutschlandfahnen und Public Viewing. Dazu das Hupkonzerte, wenn Deutschland gewann

Volkswirt, *1943
Sommermärchen | Ja. Ich arbeitete damals in Kroatien, verfolgte die WM im Fernsehen. Ich musste aber zu einer Tagung nach Rostock und flog von Berlin über München nach Zagreb zurück, als Deutschland in München gegen Schweden spielen sollte. Es war auffällig, dass viele Politiker auf dem Flug mitflogen, wahrscheinlich alle mit Freikarten ausgestattet. Ich war froh, ab München ohne sie weiterreisen zu können.
Als angenehm empfand ich, dass die deutsche Mannschaft erstmals locker, kreativ und technisch hervorragend spielte. Vergessen die Zeit der Wörns & Co.

Apotheker, *1949
Möbel | Das ist der Wohnzimmerschrank meiner Eltern, so ein typisches Möbel aus den 20er Jahren mit runden Kanten, Glasschiebetüren oben in der Mitte und Nussbaum-Furnier. Als Fünfjähriger habe ich mit meinem "Flitzebogen" immer knapp über dem Boden auf die linke Tür geschossen, da gab's dann Macken und ziemlichen Ärger mit der Mutter - na ja, es wurde einem aber verziehen.

Redakteurin, *1966
Erster Schultag | Dunkel. Er fand in einer Art "Baracke" statt. Ich fand das alles eher bedrohlich.

Blumenbinderin, *1969
Spielzeug | Äste, Stöcke, Steine, Federn und der olle Einschlafteddy.

Angestellter, *1938
Spielzeug | Ein Fussball. Ich habe mit meinem Bruder auf ser Straße vor unserem Haus gespielt. Die Straße war damals noch nicht einmal asphaltiert. Heute ist da soviel Verkehr, dass man Mühe hat, wenn man sie als Fußgänger überqueren möchte.

Studentin, *1985
Millennium | Ich hatte eine Magen-Darm-Erkrankung und lag im Bett.

Schülerin, *1998
Erster Kuss | ja auf Rüste,leider viel zu jung.

Soziologe, *1981
Sommermärchen | Ich erinnere mich vor allem an die unfassbare Hitze, die sechs Wochen lang ununterbrochen über dem Land lag. Hundstage.

Germanistin, *1930
Gedicht | Ja, einige. Alle berühmten Balladen, auch Schillers "Glocke" mußten wir in der Schule auswendig lernen.
Hier ein lustiges:
Dunkel war´s , der Mond schien helle,
als ein Wagen blitzeschnelle,
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschoßner Hase
über´n Sandberg Schlittschuh lie.

Mann, *1965
Stau | Ja, und je öfter es heute auch noch passiert, um so weniger macht es mir etwas aus.

Sozialarbeiter, *1975
Gedicht | 'Weltende' von Jakob van Hoddis und 'Schöne Jugend' von Gottfried Benn.
Meine Frau findet die beide "gestört". Zum Trost kann ich dann wenigstens noch ein paar Gedichte von Heinz Erhardt, Robert Genhardt und Ernst Jandl. Wobei Jandl findet sie auch eher seltsam.

pensionärin, *1944
Erster Schultag | ich wurde 1950 eingeschult.
das einzige, dass mir in erinnerung blieb, ist die enttäuschung darüber, dass es nicht möglich war und wir nur zu zweit drin sitzen durften.

Schreiberin, *1982
Großeltern | Meine Oma väterlichseits (geb. 1920) war ein sehr wichtiger Mensch für mich, was mir erst bewusst wurde, als sie vor einigen Jahren starb. Als wir klein waren, hat sie uns immer vorgelesen und eine Menge Bücher geschenkt. Leider konnten wir sie aus verschiedenen Gründen nicht oft sehen. Ihr Mann (geb. 1919) hätte lieber noch zwei Enkelsöhne gehabt. Er hat uns Blusen und Schmuck geschenkt und wollte, dass wir ständig "Ja, bitte" und "Nein, danke" sagen.
Meinen Großeltern mütterlichseits (geb. 1928 und 1929) sind nie ein besonders herzlich gewesen. Bei unserem Opa forderten wir hochgespannt Geschichten aus dem Krieg ein, die er auch lieferte.

Sozialpädagogin, *1954
Mauerfall | Ja, es war sehr aufwühlend, da ich in Dresden geboten bin und unsere Familie seit dem Mauerbau getrennt war.

dramelia, *1991
11. September 2001 | Ja, und zwar so, als wäre es gestern gewesen. Ich lag unserer alten Küche auf einer Sitzbank, es war spätnachmittags oder abends und wir haben Fernsehen geschaut. Ich hatte schon meine Schlafklamotten an, weil ich zu dieser Zeit krank war und eigentlich im Bett liegen sollte. Da kam am Fernsehen die Unterbrechung sämtlicher Programme und diese Nachricht lief.

Diplomingenieur, *1965
Spielzeug | Die elektrische Eisenbahn. Das hatte so was magisches. Weil sie nur Weihnachten und in den Winterferien aufgebaut werden durfte.

Geograph, *1953
Möbel | An meinen Schreibtisch. 1964. Mittelbraun im 50ziger Jahre Stil. Den hat jetzt meine Tochter (18 Jahre). Also 50 Jahre im Einsatz und 50 Jahre geliebt.

Musiker, *1963
Großeltern | Ja, an meine Grossmutter mütterlicherseits habe ich sehr starke Erinnerungen. Sie hat mich mit Weltsicht, dem steten Bemühen, die Fassung und den Schein zu wahren, aber auch mit ihrer liebevollen Pflege von Gladiolen, also ihrem Spannungsfeld zwischen Zuwendung und christlicher Herrschsucht, geprägt.

Fotografin, *1963
Großeltern | Ich liebe sie von Herzen.

Apothekerin, *1954
Großeltern | Ja. Die ältere Oma ist erst mit 97 gestorben, da war ich schon 42. Sie hat fast das ganze 20.Jahrhundert erlebt! Die andere Oma ist nur 60 geworden, sie war die erste Tote in meinem näheren Umfeld, das hat mich sehr beschäftigt als 12-jährige.

Informatiker, *1967
Mauerfall | Ja, es war ein tolles Gefühl und ich freute mich mit den Menschen, die als gesamtes Volk quasi im Gefängnis saßen. Allerdings traute ich der Sache nicht ganz und fürchtete, dass die Russen sich das nicht gefallen lassen würden.

dramelia, *1991
Sommermärchen | Ja. Das einzige, was ich noch sehr genau weiß, war, dass meine beste Freudin an diesem Tag Schulabschluss hatte und sämtliche Leute nach Hause gefahren sind, um das Deutschlandspiel zu sehen.

Rentnerin, *1948
Erster Kuss | Da komme ich ins Schleudern.........doch, halt! Den ersten Kuss bekam ich auf dem Gymnasium - von einem Mitschüler. Ich war zu früh erschienen und wartete im kleinen Vorraum der Schule..... dort kam nach einer Weile ein älterer Schüler...........der ging nach einer schweigenden Zeit, die wir dort gemeinsam verbrachten, einfach auf mich zu, nahm mich in den Arm und küsste mich!

dramelia, *1991
Erster Schultag | Nein, gar nicht. Ich hab aber eine Menge Geschichten gehört, dass ich diesen Tag alles andere als amüsant fand und die Vorstellung, weiter zur Schule zu gehen, extremst blöd.

Hausmeister, *1950
Erster Kuss | Ja. Das war bei einer Faschingsfeier in unserer Klasse an der EOS.

Mann, Außenhändler, *1963
Stau | Das ist praktisch mein Beruf. Nein, ernsthaft: ich stehe leider öfter im Stau, weil ich viel Auto fahre.

oma h., *1955
Spielzeug | das habe ich vergessen.

Lehrer, *1962
Prominenz | Ich habe Hans Eichel gesehen, den ehemaligen Finanzminister a.D., beim Kaffeetrinken in Wilhelmshöhe, in Kassel. Er prozessierte damals um die Anrechnung aller Pensionsansprüche, die ihm seiner Meinung nach zustanden. Kriegt der den Hals nicht voll?, haben sich viele damals gefragt.

Lebenskünstlerin, *80
Großeltern | Ja. An meinen Großvater weniger, er starb als ich sieben war. Meine Großmutter lebt noch und ich bewundere sie mittlerweile und höre gerne ihre Erzählungen und sie ist damit eine Verbindung zu meiner Geschichte.

Lebenskünstlerin, *80
Spielzeug | Barbie.

oma h., *1955
Gedicht | ja, relativ viele. Vom Kindergedicht (wegen der Enkel) bis zum "Zauberlehrling" u.a.

Mann, *1965
Auto | Ja, ein uralter VW Käfer, den ich zum Führerschein von meinen Eltern geschenkt bekommen habe.

Eine Lehrerin, *1970
Erster Schultag | Ja. Das war ein schöner Tag.

med. techn. Asistentin, *1052
Erster Schultag | nein

Blumenbinderin, *1969
Mauerfall | Ein Wahnsinnstag im ersten Rausche, die folgenen Tage und Nächte schien alles möglich zu sein.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Millennium | Mit meiner damaligen Lebensgefährtin bei uns daheim. Die Flasche Sechsämtertropfen von 1966, ein Geschenk, das von mir und meinen Freunden seit 16 Jahren für diesen Termin aufgespart wurde, habe ich noch immer ungeöffnet bei mir.

Bankkaufmann, *1965
Großeltern | Ich erinnere mich an alle vier Großeltern. Witzig ist, dass es immer "Oma und Opa" hieß, wenn es zu den Eltern meiner Mutter ging. Wenn wir Eltern meines Vaters besuchten, fuhren wir aber immer zu "W..." (der Nachname meines Vaters).

Eine Frau, *1948
Mauerfall | Ich habe als Berlinerin mit Wohnsitz in Hamburg davon aus den Nachrichten erfahren, dann von meiner Mutter, die in Berlin lebte, am Telefon. Ich konnte es kaum glauben. Einige meiner Freunde sind spontan nach Berlin gefahren, ich war wie gelähmt und weinte und weinte.

Arzt, *1977
Erster Kuss | auf die Wange im Ferienlager, ich war wohl aufgeregt, mehr aber nicht

Eine Frau, *1950
Sommermärchen | Nein! Aber sehr viele an 1974...meine Mutter hatte sogar ein Bravo-Poster von Sepp Maier aufgehängt ;-)...ich fand Berti Vogts und Overath toll

Pädagoge, *1971
Erster Kuss | Auf einer schönen kleinen Bank im Park

Eine Frau, *1980
Erster Kuss | Ja!! Plötzlich und unerwartet - und sooo schön! :-)

Ingenieur, *1952
Mauerfall | Was für eine Nacht! Als gebürtiger Mitteldeutscher , nicht Ostdeutscher, war man hin und weg.

Soldat, *1966
Prominenz | Helmut Kohl ganz nah, von dem hab ich bei seinem Besuch auf dem Fliegerhorst Laage eine ganze Fotoserie gemacht. Angela Merkel hab ich dort auch gesehen. Da ich im Dienst und in Fliegerkombi war, kam ich auch ohne Probleme durch alle Absperrungen und habe mit meiner AE 1 viele Fotos gemacht.
Und ich habe Walter Kempowski mehrfach getroffen bzw. besucht. Da gab es dann Bohnenkaffee und Kuchen.

Angestellter, *1969
Sommermärchen | Wetter war schön und die nervige Patriotismus-Ballermann-Stimmungskacke begann.

Schülerin
Sommermärchen | Das war sehr schön. Alle haben gefeiert und waren froh. Und überall waren Deutschlandflaggen. Und so viele Leute haben " '54, '74, '90, 2006" gesungen.

Lehrer, *1973
Spielzeug | Playmobil. Die Cowboys waren die Guten. Hießen Jack und Jim und haben Phantasie -Englisch gesprochen.

Bankkaufmann, *1965
Millennium | Den Jahrtausendwechsel haben meine Frau und ich, wir waren gerade 1 1/2 Jahre verheiratet, mit Freunden verbarcht. Aber letztlich fand ich den gar nicht so spektakulär. Ausserdem gehöre ich zu den Klugsch..., die den Jahrtausendwechsel auf den 31.12.2000 gelegt habe - aber da hat keiner mehr so enthusiastisch mitgefeiert.

Hausmeister, *1950
Sommermärchen | Nicht wirklich. Nur an die unzähligen Deutschlandfähnchen an den Autos kann ich mich erinnern.

krankenschwester, *1964
11. September 2001 | Meine tochter (10) kam zu mir und erzählte, sie hätte gerade im fernseher gesehen, dass in New York ein hochhaus brennen würde. Merkwürdigerweise war ich irgendwie gleich panisch, fühlte schon, dass es etwas dramatisches sein musste. Habe gesehen, wie der zweite flieger gekommen ist. Saß da, wie paralysiert. Für mich immer noch unfassbar schlimm.

Lehrerin, *1983
Spielzeug | Meine Brio-Holzeisenbahn.

Frau, *1953
Erster Schultag | Eigenartigerweise nicht. Aber an meine erste Lehrerin. Alle fanden sie totchic. Sie stammte angeblich aus gutem Hause. Ich verstand nicht ganz, was damit gemeint war. Eigentlich fand ich alle Häuser bei uns im Viertel ganz gut.

Krankenschwester, *1980
Mauerfall | Nicht bewusst. Aber die Stimmung dieser Zeit hab ich schon mitbekommen und die Bilder stark vor Augen. Wir haben Verwandte in der Nähe von Leipzig und ich hab schon gemerkt, das da was besonders im Gang war. Ich wusste was DDR war und kann mich gut an die strengen Grenzkontrollen erinnern.

pensionärin, *1944
Mauerfall | vage.ich dachte noch, jetzt badet ganz deutschland in rührungstränen, die dann im alltag allzu schnell versiegen.

Mann, Außenhändler, *1963
Prominenz | Oh ja, das passiert mir des öfteren. Beispielsweise beim sonntäglichen Alsterspaziergang. Da läuft einem schon mal Udo Lindenberg, Ina Müller oder auch Eva Maria Hagen über den Weg. Auch Mike Krüger sah ich dort. Mein erstes diesbezuegliches Zusammentreffen war mit Frank Schöbel in Berlin Johannisthal bei einer seiner Musikproben in unserem Jugendklub. Ich habe dann Schrippen für ihn geholt.

oma h., *1955
Erster Computer | habe keinen eigenen. Teile ihn mit meinem Mann

Politikwissenschaftlerin, *1961
Erster Kuss | Mein erster Kuss - da muss ich wohl 12 oder 13 gewesen sein. In einem Gebüsch unseres Spielplatzes mit einem Jungen, der wohl so 14 war. Die Erinnerung daran ist aber stark verblasst.

Frau, *1978
Spielzeug | Ein kleiner grüner Tisch, in den ich Nägel einhämmern durfte, während meine Mutter gekocht hat.

Eine Frau, *1950
Spielzeug | Alles, womit man sich verkleiden konnte.

Künstlerin, *1966
Gedicht | Ja, von Claire Goll

"Zehn Jahre schon da du mich liebst,
zehn Jahre zehn Minuten gleich
und immer sehe ich dich zum ersten Mal,
künftige Tränen hinter der Brille
wie Diamanten in Vitrinen...."

Ganz krieg ich's nicht mehr zusammen, aber in weiten Teilen.

Journalist, *1957
Gedicht | Immer nur die ersten beiden Zeilen (de bello gallico oder Herr von Ribbeck). Aber von Heinz Erhard eines ganz: Ein Nashorn und ein Trockenhorn, die gingen durch die Wüste. Das stolperte das Trockenhorn, da sagt das Nashorn "siehste!"

Corporierter, *1959
Großeltern | Ja, an zwei Opas und eine Oma. Alle drei herzensgute Menschen.

Mann, *1963
Gedicht | Eigentlich nicht. In der Schule lernte ich mal "Fehlgeschossen" von Wilhelm Busch, hat mir gut gefallen. Gedichte lernen war schon zu meiner Schulzeit nicht mehr so in Mode.

Ärztin, *1955
11. September 2001 | Sehr gut! Ich war in Frankreich in Urlaub, im TV leif ununterbrochen eine Sendung mit Bombardierung von Hochhäusern. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich die frz. Sprecherin verstand, die Manhattan französisch ausgesprochen hatte. Als mir klar war, worum es wirklich ging, blieb ich stundenlang sprachlos vor dem Fernseher sitzen.

Rentnerin, *1948
Mauerfall | Oh ja! Jubilate.................. ich erinnere auch den Tag des Mauerbaus!!!!

Eine Frau, *1950
Großeltern | Nur an die väterlicherseits...zwei steinalte Herrschaften, bettlägerig. Im Alter von 97 bzw 93 Jahren verstorben. Spannender sind die Erinnerungen meiner Mutter an ihre Eltern, die beide früh verstarben.

Eine Frau, *1980
11. September 2001 | Ich war wenige Wochen zuvor von einem 13monatigen Auslandaufenthalt zurückgekehrt und hatte einige Tage zuvor den ZVS-Studienbescheid erhalten. Mitten in diesen Lebenswechsel platzten die Flugzeuge. Ich hörte die Nachricht im Auto auf dem Weg vom Frisör (neuer Lebensabschnitt, neue Frisur) nach Hause. Den Rest des Tages verbrachte ich vorm Fernseher.

Schreibstudentin, *1994
Millennium | Ich habe leider keine Ahnung. Ich war 6 Jahre alt und entweder habe ich geschlafen oder ich bin sehr kurz darauf zu Bett gebracht worden. Aber ich erinnere mich, dass das Häbse-Theater, wo wir hin und wieder Kinderstücke sahen, das ganze Jahr über einen rosa LED-Schriftzug "2000" über dem Eingang hatte.

Sozialpädagogin, *1954
Erster Schultag | Furchtbar, ich war nicht vorbereitet und ängstlich. Die Klassenlehrerein war sehr streng. Ich wollte vor allem lesen lernen, damit ich nicht mehr darauf angewiesen war, dass mir jemand vorliest.

Naturwissenschaftlerin, *1948
Sommermärchen | Ich war auf Dienstreise in China und alle Welt saß unten in der Lobby vor dem großen Bildschirm.

Tagesmutter, *1959
Spielzeug | Meine alte Puppenstube, mit Klingel, Drehlichtschaltern und herrlich alten Möbeln.

Eine Lehrerin, *1970
Sommermärchen | Oh, ja! Das war eine schöne Zeit. Beim letzten Spiel der deutschen Mannschaft war ich in England im Urlaub und die Engländer haben uns die Daumen gedrückt.

Musiker, *1963
Gedicht | Ja, viele. Vielleicht einige hundert - ich kann sie hier nicht alle aufzählen.