Der Plankton-See

Hier sehen Sie eine Zufallsauswahl von „Erinnerungskristallen“, die sich bereits im Textpool befinden.

Blumenbinderin, *1969
Erster Kuss | Er war unbeholfen, zart, sanft, dann innig, warm, nass und irgendwann lachten wir glücklich glucksend, daß wir es gewagt.

Lehrer, *1986
Millennium | Als 13-Jähriger mit meinen Eltern. Bei uns ging es immer ans Waldhaus, einem Aussichtspunkt mit Blick auf das Feuerwerk in der Stadt. Allerdings habe ich nichts besonderes in Erinnerung, war alles wie immer.

Theologin, *1968
Mauerfall | Wir machten eigentlich Revolution in Halle/S. und realisierten es viel später, übermüdet in der Uni am nächsten Tag. Die Bedeutung und das Ausmaß kamen mit den Jahren...

Professor, *1960
Mutter | Sie förderte uns. Unsere Klavierstunden und Konzertbesuche, unser Lesehunger – all das geht auf sie zurück. Während sie kochte oder einen Kuchenteig anrührte, saßen wir auf der Arbeitsplatte und sangen mit ihr. Sie war oft krank, hat Flucht und Vertreibung nie verwunden. Sie litt, weil sie kriegsbedingt keine Schule zu Ende besuchen und keine Ausbildung absolvieren konnte. Sie war verlässlich.

ein Mann, *1975
Spielzeug | Pickup Truck als Matchboxauto. Den wollte ich unbedingt haben, weil er dem Auto von meiner Lieblingsfernsehserie (ein Colt für alle Fälle) glich. ich habe ihn von einem Klassenkameraden gegen alle meine Biene Maja Kassetten eingetauscht. mindestens 10 Kassetten gegen 1 Matchboxauto. aber damals fühlte ich mich zu alt für Biene Maja. Heute steht das Auto noch in der Garage über dem Waschbecken. Komischer Platz, genauso komisch wie der Tausch damals.

Schreibstudentin, *1994
Gedicht | Nein, aber im Ohre habe ich den Rhythmus von "Howl" von Allen Ginsberg, und ich weiss, dass darin imer wieder Holy vorkommt: holy holy holy.

Diplom-Bibliothekar, *1965
Stau | Ja, aber da ich kaum Auto fahre, ist die Gelegenheit nicht wirklich gegeben. Und wenn, bin ich immer hibbelig.

Schülerin, *2001
Erster Schultag | Ich saß auf einer Bank aus der Turnhalle und die älteren Schüler hatten was einstudiert. Ich war aufgeregt.

Apotheker, *1949
Auto | Oh ja! Das war 1968 ein nagelneuer NSU-TT, eine richtige kleine Rakete mit fast 80 PS bei knapp 600 kg Gewicht. Leider fand unsere Freundschaft schon nach einem kanppen Jahr in der stillen Eifel nahe Adenau ein abruptes Ende, die knorrigen Buchenhecken des Nürburgrings waren stärker. Aber die Lehren, die ich daraus gezogen habe, haben mich im weiteren Leben vor schweren Unfällen bewahrt.

Mann, *1967
Möbel | Meine Eltern hatten eine sogenannte Musiktruhe, eine Art Anrichte, die oben aus einem Radio bestand und unten, hinter einer Klappe, einen Plattenspieler und Aufbewahrungsmöglichkeit für Singles beherbergte. Für die heutige Generation iPod wohl unvorstellbar. Irgendwann ging das Teil auf den Sperrmüll.

Fahrlehrer, *1935
Prominenz | In einem Saal eines großen Verlagshauses sprachen Prominente, die sich in einer Rede vorstellten. Frau Merkel sprach als Kanzlerkandidatin über ihre politischen Vorstellungen und wurde von einem Besucher gefragt, ob sie sich als Frau in ihrem politischen Umfeld gut behandelt fühle und antwortete spontan "Wenn mir immer meine Vorredner das Mikrofon auf meine Höhe zurückstellen, bin ich glücklich"

Pensionierter Lehrer, *1941
Mauerfall | Am Morgen nach der Öffnung der Mauer habe ich eine Flasche Sekt und ein paar Gläser ins Lehrerzimmer mitgebracht - seltsam, nur wenige Kollegen verstanden gleich, was der Anlass dazu war. Na ja, das war eben in Oberbayern. Und am Nachmittag habe ich einen gebrauchten Fernseher gekauft, um die Bilder von der Öffnung und danach zu sehen. Das grösste Ereignis in meinem "öffentlichen" Leben.

Röntgenassistentin, *1968
Erster Schultag | Ja, klar an sowas erinnert man sich doch.

Ingenieurin, *1964
11. September 2001 | Sehr genau, vor allem an die Fassungslosigkeit beim Anblick der Bilder

eine Frau, *1965
11. September 2001 | Ja. Wir hatten Konferenz, eine Kollegin kam die Treppe herunter und sagte, es habe einen Terroranschlag gegeben.

Apothekerin, *1954
Erster Computer | Ja, ich sitze dran! (Spätzünder!)

Fotografin, *1963
Spielzeug | Alles auf unserem Dachboden.

Corporierter, *1959
Millennium | In Linz beim "Kleinen Griechen"

Anwalt, *1965
Vater | Mein Vater war ein disziplinierter und energischer Mann, der immer auf gutes Benehmen und Anstand geachtet hat. Lieblingsspruch: Bevor man sich was leistet, muss man erst mal was leisten. In seinem Kern war er aber stets überaus großzügig und ein ganz lieber Vater, auf den man sich immer felsenfest verlassen konnte und der erstaunlich gelassen und verständnisvoll zu seinen Kindern war.

Diplom-Bibliothekar, *1965
Möbel | Mein Zwillingsbruder und ich bekamen eine neue Einrichtung für unser gemeinsames Kinderzimmer. Mein besonderer Stolz war der neue Sekretär - aus Echtholz, Kiefer hell, mein Bruder wollte einen grünen Sekretär, schauderhaft. Zum Glück habe ich mich durchgesetzt.

pensionärin, *1944
Sommermärchen | ja, ein aufregendes und völkerverbindendes erlebnis.

Germanistin, *1930
11. September 2001 | Ein Schock.Mit der Faszination des Unfaßbaren,Entsetzlichen.Immer wieder vor dem Fernseher,dieselben Bilder:die Türme,die Flugzeuge,das Feuer,die stürzenden Menschen,das flatternde Papier,die Einstürze,der Staub,die total grau bedeckten Leute,Rennen,Schreien - eine Wahnsinnsszenerie. Ich vermutete,daß mindestens 10000 Menschen umgekommen sein mußten,die vielen,die dort arbeiteten,die Besucher,die Helfer.Die letzten telefonischen Grüße vor dem Tod.Dann das gitterartige übrig gebliebene Gerippe aus Stahl,über das ich meinte,man hätte es stehen lassen sollen als Denkmal und Mahnmal über Ground Cero.

Ein Mann, *1968
Gedicht | Fast alles von Robert Gernhardt. Aber das würde zu viel Zeit einnehmen, das hier alles abzudrucken.

Naturwissenschaftlerin, *1948
11. September 2001 | Ich saß in meinem Büro und ein Kollege sagte: "das gibt Krieg!"

Schreiberin, *1982
Erster Schultag | Nein. Nur noch an die Schultüte, wo viele tolle Sachen drin waren. Mein Opa hatte mir sogar extra eine Karte geschrieben, in der stand (ich konnte schon lesen), dass nun der "Ernst des Lebens" beginne.

Typographikerin, *1949
Erster Kuss | Im Kinderheim mein erster Freund. Da wir durch die Erwachsenen keine Aufklärung bekommen hatten, klärten wir uns selber gegenseitig auf. Wir saßen beide schüchtern auf der Bettkante, und in unserer sympathischen Zuneigung passierte der erste Kuß. Süß und zart. Wie Honig. An diesen Jungen erinnere ich mich sehr gerne.

Frau, *1953
Mauerfall | Ich saß auf dem Sofa und starrte fassungslos auf den Bildschirm.

Arzt, *1977
Erster Kuss | auf die Wange im Ferienlager, ich war wohl aufgeregt, mehr aber nicht

Mann, *1963
Erster Computer | Mein erster Computer war ein Atari mit kleinem schwarz-weissen Bildschirm. Soviel ich mich erinnern kann, hatte die Festplatte 60 MB.

Apotheker, *1949
Reise | Den stärksten Eindruck hat bei mir und meiner Frau die erste gemeinsame Reise in die USA 2001 hinterlassen. Da haben wir so tolle Menschen kennegelernt, und ich hatte die Möglichkeit, auf vielen großen Orgeln in Nebraska, Kansas und Kalifornien zu spielen, ein irres Erlebnis. Einige der damals geschlossenen Freundschaften halten bis heute, die haben uns auch hier in Deutschland besucht...

Arzt, *1977
Erster Schultag | Ich hatte eine Schultüte mit Indianern drauf, die wurde dann aufgeschnitten und als Raumschiff genutzt. Ich trug als einziger kurze Hose, es war ein warmer Septembertag. Ich ahnte schon, daß ich die Schule schaffe. Meine Eltern haben sich abends gleich gestritten, ob ich zu den Jungen Pionieren gehen soll oder nicht. Mein Vater war dagegen, mein Mutter wollte Normalität. Ich ging, ging aber auch zur Christenlehre. Also schön doppelbödig und angepaßt, typisch Protestant.

Diplom-Bibliothekar, *1965
Auto | Meine erstes und bislang einziges Auto war ein silberner Mitsubishi Colt. Hat mir meine Großtante spendiert, damit ich die 130 km zum Studium nach Marburg fahren konnte. Ich habe ihm keinen Namen gegeben, fand ich immer lächerlich.

Kommunikationsmanagerin, *1980
Spielzeug | Wir haben gern Eisenbahn gespielt - Stühle und Kissen in eine lange Schlange gestellt und Puppen und Teddys darauf gesetzt und auf die Reise geschickt. Später haben wir uns selbst Brettspiele ausgedacht, mit Playmobilfiguren.

krankenschwester, *1964
Erster Computer | Ist ja noch nicht sooo lange her. War trotzdem kein aufreger für mich, eher mühsamer kleinkram, der nicht so wollte wie ich.

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Erster Kuss | Es war mit meiner ersten Freundin, Ursula, sie wollte Uschi genannt werden.
Wir waren wohl beide sehr nervös.
Wir waren lange zusammen und entwickelten uns zu "Kussspezialisten"
Ich bereue heute noch, mit ihr Schluss gemacht zu haben,
wer weiß, was geworden wäre.
Sie war so nett und hübsch, ist sie bestimmt heute noch,
ich habe sie leider schon 35 Jahre nicht mehr gesehen.

Frau, *1953
Gedicht | Wer reitet so spät durch Nacht und Wind / es ist der Vater mit seinem Kind... Nach einem Parforceritt ist bei der Ankunft das Kind tot. Goethe. Nun ja.

Fahrlehrer, *1935
Mutter | Die beiden Weltkriege und der Verlust ihres Mannes in 1944 hatten sie erheblich belastet. Von ihren beiden Söhnen verlangte sie Ordnung, Sauberkeit, Disziplin und erwartete unsere Bereitschaft, in den sehr schlechten Nachkriegsjahren zur Übernahme von Verantwortung für unser gemeinsames Leben. Pflichterfüllung verlangte sie, wobei sie vor Härte nicht zurückschreckte. Immer war sie treusorgend.

Lehrerin, *1983
Spielzeug | Meine Brio-Holzeisenbahn.

Rentnerin, *1948
11. September 2001 | Ich fuhr zur Arbeit und hörte Radio. Es wurde ständig wiederholt. Ich konnte es nicht glauben, und nach der Arbeit sah ich es noch diverse Male im Fernsehen.............

Hersteller, *1963
Prominenz | Ich bin mal Dirk Bach am Marienplatz in München über den Weg gelaufen.

Hersteller, *1963
Vater | Organisiert und großzügig.

Eine Lehrerin, *1970
Erster Kuss | Ja. War aber nichts besonderes.

Volkswirt, *1943
11. September 2001 | Sehr gut.. Ich befand mich in Kolumbien seit dem 16.Juli 2001 in Gefangenschaft der Farc-Guerrilla. In der Scheune, in der wir versteckt gefangen gehalten waren, verstummte plötzlich der permanent eingeschaltete Dudelfunk und auch alle anderen Sender unterbrachen ihr Programm und die Korrespondenten aus New York meldeten sich und berichteten über das Attentat. Natürlich kannte auch ich aus dem Radio bald die Zahlen der Opfer usw. Aber erst als nach meiner Freilassung ich im Dezember 2001 im ARD-Jahresrückblick zum ersten Mal auch Fernsehaufnahmen sehen konnte, begriff ich die Dimension der Zerstörung.

Buchhändler, *1975
Erster Schultag | Ich habe mich gefreut, dass in der Zuckertüte auch Spielzeug war. Machtboxautos und ein Überraschungsei.
Wir haben das i gelernt. Rauf runter rauf, Dötzcen drauf. Deshalb nennt man bei uns in der Gegend auch die Erstklässer "I-Dötzchen".
Am Anfang schrieben wir miteinem weißen Stift auf eine Tafel aus Plastik und erst später in Hefte.

Buchhändler, *1975
Mauerfall | Ich dachte:: "Oh, je, jetzt kommen die ganzen anstrengenden Verwandten zu Besuch."
Meine Großeltern waren in den 50ern aus Sachsen geflohen und wir hatten deshalb viele Verwandte, mit denen wir regen Kontakt pflegten und denen wir unzählige Pakete schickten.

Meine Eltern konnten es gar nicht fassen. Im Fernsehen sagte ein Politiker, wer heute schlafe sei nicht normal. Ich bin trotzdem früh ins Bett gegangen.

Frau, *1953
Erster Kuss | In den Ferien, in Italien, im Kino.

eine Frau, *1965
Mauerfall | Ich war bei meinem damaligen Freund. Wir sahen es im Fernsehen und wollten sofort nach Berlin aufbrechen. Dann sind wir doch zu Hause geblieben.

med. techn. Asistentin, *1052
Großeltern | ja

Eine Frau, *1948
11. September 2001 | Eine Freundin rief mich an, um mir vom Terroranschlag in New York zu erzählen. An meinem Computer im Büro verfolgte ich dann die Ereignisse neben meiner Arbeit und erzählte auch meinen Kollegen sofort davon. In der Erinnerung: nichts als Entsetzen.

Herr von und zu ..., *1968
Vater | Meinen Vater habe ich als einen sehr angenehmen Menschen in Erinnerung. Er hat mir in vielerlei Hinsicht freien Lauf gelassen, behielt aber stets die Übersicht.
Fürsorglich, verantwortungsbewusst und liebevoll, so würde ich ihn heute charakterisieren.
Ich bedaure sehr, dass er schon so früh (1986) verstorben ist. Manchmal fehlt er mir sehr, denn gern würde ich ihm meine charmante Frau vorstellen.

Ingenieurin, *1964
Mauerfall | Ich erinnere mich daran, dass ich zuerst nicht realisierte, welche Bedeutung dies hatte.

Frau, *1978
Großeltern | Ja, sie waren weit weg und alt, gehörten zu einer anderen Welt und ich sah sie nur einmal im Jahr. Die Großmütter trugen Kopftuch, wie es auf dem Land üblich war, und der Großvater immer eine Art Baskenmütze. Wenn er fotografiert wurde, bestand er aber darauf, sie durch seine gute (traditionelle) Kopfbedeckung auszutauschen.

Krankenschwester, *1980
Millennium | Weiß ich nicht mehr. Silvester bedeutet mir nicht viel. Mit Familie und einem Glas Sekt um Mitternacht.

Lehrer, *1986
Erster Schultag | Auf jeden Fall an das Reusaer Grundschulgebäude am Berg, meinen Pullover, mein Kuscheltier Max, die Zuckertüte und daran, dass die ganze Familie da war, selbst die Großeltern aus Garmisch waren angereist.

Studentin, *1985
Spielzeug | Bunte Holzbausteine, alle viereckig und irgendwie gleich - ergaben aber zahlreiche Konstruktionen.

Frau, *1978
Gedicht | Robert Frost "Dust of Snow"

Mann, *1967
Prominenz | Ja, zuletzt Horst Seehofer in der Menschenmenge anlässlich des Deutschlandfestes 2011 in Bonn. Ich habe ihn sogar fotografiert. Völlig idiotisch.

Lehrer, *1986
Großeltern | Ja, meine Großmutter, winzig klein und mit Buckel, hat mich jeden Tag nach der Grundschule zum Essen, Malen, Fernsehen, Memorie spielen und Kreuzworträtsel lösen bei sich zu Hause empfangen.

Eine Frau, *1981
Gedicht | Ja.

Psychotherapeutin, *1956
11. September 2001 | Ja, wir klickten während der Arbeitszeit ständig ungläubig im Internet herum und sahen die Türme fallen. Dazu die aufgeregten Reporterstimmen. Und dann dieser Staub überall, die völlig eingenebelten Feuerwehrmänner...

Studentin, *1987
11. September 2001 | Ich habe die Bilder im Fernsehen gesehen, ohne mir bewusst zu machen, was das bedeutet. Es schien so weit weg.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Gedicht | Den Ribbeck und die Glocke aus Schulzeiten ("davon habt ihr was fürs Leben...") bekomme ich nicht mehr zusammen, aber dafür diverses von Ringelnatz und Morgenstern.



Die (Halb)Trichter

Zwei Trichter wandeln durch die Nacht.

Durch ihres Rumpfs verengten Schacht

fließt weißes Mondlicht

still und heiter

auf ihren

Waldweg

u.s.

w.

.

Germanistin, *1930
Mauerfall | Ja, aber war an dem Tag nicht in Berlin, verfolgte alles im Fernsehen, war emotional sehr bewegt: nun endlich wieder ein ganzes Deutschland und die Insel Westberlin ein schönes Festland!
Meine Schwester und ich fuhren sobald wir konnten mit der U-Bahn zur Friedrichstraße. Die Bahn war voll besetzt mit Menschen in schäbiger Kleidung, grau, jeder mit einem Beutel aus ausgefranstem Stoff, die Friedrichstraße mit Ruinen, Granateneinschüssen in den Fassaden, das Straßenpflaster fragmentarisch, holprig mit Schlaglöchern, alles so, als hätte der Häuserkampf erst gestern stattgefunden und nicht vor über 40 Jahren.

Frau, *1978
Millennium | Mit Freunden auf einer Party. Es gibt ein Foto von mir und einer Freundin, auf dem wir sehr desillusioniert schauen. Dafür ist aber das Foto ein kompositorisches Meisterstück (Zufall).

med. techn. Asistentin, *1052
Spielzeug | eine puppe namens silke

Schülerin
Millennium | Bei meiner Mutter auf dem Arm. Ich war ja noch ein kleines Kind.

Sozialpädagogin, *1954
Großeltern | Ja, immer in den Ferien dort, Gefühl von Geborgenheit, es war mein emotionales Zuhause.

Herr von und zu ..., *1968
Auto | Mein erstes eigenes Fahrzeug war ein kleines Feld-, Wald-, und Wiesenauto. Mit diesem bin ich damals regelmäßig zur Universität gependelt. Bis zu dem Tag, als eine Zylinderkopfdichtung den Strapazen nicht mehr gewachsen war.
Es erfolgte zwar eine notwendige Reparatur, aber zuverlässig zur Uni brachte mich dieses Vehikel bedauerlicherweise nicht mehr. Schade!

Ethnologin, *1943
Reise | Ich habe mit 64 Jahren im Rahmen meines Ethnologiestudiums eine Feldforschung in Mali durchgeführt und lebte 5 Wochen bei einer malischen Familie in deren Gehöft in der Provinzstadt Ségou. Soviel Neues und Fremdes habe ich bei keiner anderen Reise erlebt. Und ich war dann bald wieder dort, um einen Film zu drehen.

Professor, *1960
Möbel | Wir hatten einen besonderen Tisch, der mit einem Leder aus Peru überzogen war. In das Leder war ein Mäander geritzt, und auf der Fläche waren diverse indianische Symbole zu sehen. Im Zentrum ein Flötenspieler mit Lama und Kakteen, im Hintergrund die Anden. Dazu gab es ein passendes Sitzkissen. Den Tisch habe ich geerbt, das Kissen leider nicht.

Angestellter, *1938
Spielzeug | Ein Fussball. Ich habe mit meinem Bruder auf ser Straße vor unserem Haus gespielt. Die Straße war damals noch nicht einmal asphaltiert. Heute ist da soviel Verkehr, dass man Mühe hat, wenn man sie als Fußgänger überqueren möchte.

Steuerberaterin, *1979
Erster Kuss | Es war in Düsseldorf zur Karnevalszeit und das obwohl ich Karneval hasse.

Eine Lehrerin, *1970
Großeltern | Von den Großeltern habe ich jeweils nur die Großmütter kennenlernen dürfen. Der Großvater väterlicherseits ist im 2. Weltkrieg im heutigen Lettland gefallen und der andere 1960 an Magenkrebs gestorben. Die Mutter meiner Mutter war ein warmherzig aber wohl in jüngeren Jahren ein Drache. Eine Matriarchin . Die Mutter meines Vaters war spröde und von einem harten Leben gekennzeichnet.

Eine Frau, *1948
Mauerfall | Ich habe als Berlinerin mit Wohnsitz in Hamburg davon aus den Nachrichten erfahren, dann von meiner Mutter, die in Berlin lebte, am Telefon. Ich konnte es kaum glauben. Einige meiner Freunde sind spontan nach Berlin gefahren, ich war wie gelähmt und weinte und weinte.

Psychologe, *1969
Großeltern | Opa war Beamter und bei Kriegsende zwangsweise in den Ruhestand versetzt worden, das hat er nie verwunden. Oma war Assistentin des Bürgermeisters und hat für meinen Opa ihren Beruf aufgegeben, wahrscheinlich ein Fehler, sei hätte viel erreichen können.

Soziologe, *1981
Erster Kuss | Ich war 14 und traf meine erste Freundin in einer Disko, es war der Beginn unserer Beziehung, wir blieben über zwei Jahre zusammen. Meine Eltern wussten nicht, dass ich in einer Disko war, ich durfte auch nur bis halb elf wegbleiben. Es war im Februar, die Kanäle waren zugefroren, es hatte geschneit, und ich war der glücklichste Junge auf der Welt.

Musiker, *1963
Mauerfall | Ich erinnere mich gut, ich sass wie gebannt vor dem Bildschirm und dachte, die Welt würde sich nun bessern. Euphorie überkam mich.

Bankkaufmann, *1965
Mauerfall | Ich war längere Zeit krank und habe die "deutsche Revolution" die ganze Zeit vom Sofa aus verfolgt. Bei Genscher in Prag hatte ich schon eine Gändehaut, beim Mauerfall war ich dann nur noch fassungslos und konnte wohl noch nicht ermessen, was da auf uns Deutsche zukommt.

Ergotherapeutin, *1946
Erster Schultag | Ich erinnere mich besonders an meine Schultüte .Sie war bis zur Spitze mit Süßigkeiten aus dem Westen gefüllt .

Kommunikationsmanagerin, *1980
11. September 2001 | Eine Freundin rief mich an, dann schaute ich fern. Es war ein unwirkliches Gefühl. An der amerikanischen Botschaft lagen viele Blumen.

Fotografin, *1963
Erster Computer | Apple Power Mac 700

Studentin, *1987
Spielzeug | Lego, weil ich damit selbst etwas konstruieren konnte.

Drucker, *1946
Gedicht | Das Gedicht von Hermann Hesse "Junger Novize im Zen-Kloster" hat mich immer fasziniert, deshalb kann ich es auswendig. Es enthält viel vom "Sinn des Lebens" wenn ich das mal so sagen darf.

Schülerin, *2001
Millennium | im Kinderteich....

Schreibstudentin, *1994
Mauerfall | Als die Mauer fiel, war ich noch nicht auf der Welt.

dramelia, *1991
11. September 2001 | Ja, und zwar so, als wäre es gestern gewesen. Ich lag unserer alten Küche auf einer Sitzbank, es war spätnachmittags oder abends und wir haben Fernsehen geschaut. Ich hatte schon meine Schlafklamotten an, weil ich zu dieser Zeit krank war und eigentlich im Bett liegen sollte. Da kam am Fernsehen die Unterbrechung sämtlicher Programme und diese Nachricht lief.

Ärztin, *1951
Gedicht | in meiner Muttersprache französich

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Sommermärchen | Seit Jahren verschollene englische Freunde riefen an, weil sie hofften, an Karten kommen zu können.

Steuerberaterin, *1979
Erster Computer | Meine Freundin hatte einen Commodore, aber mein Vater meinte, wenn dann richtig und so bekam ich zu Weihnachten einen PC. Zuerst habe ich nur eine Maus bekommen und musste den Rest der PC-Teile überall suchen. Und dann habe ich angefangen zu spielen - ein Spiel namens Sokoban, wo man irgendwie Kisten zur Seite schieben musste.

Soldat, *1966
Möbel | Mein Vater hat viel "geheimwerkt" und hatte eine eigene kleine Werkstatt. Eines Tages hatte er aus einer dicken Eichenbohle einen dreibeinigen Blumentisch gezaubert. Die Füße selbst gedrechselt. In der Bohle selbst war durch wohl durch ein Astloch ein dreieckige Vertiefung entstanden, wie ein natürlicher Aschenbecher. Selbstverständlich wurde das Astloch dafür nicht verwendet.

eine Schülerin, *1997
Mauerfall | ne

Ingenieur, *1952
Großeltern | Ja, aber nur an meine Großmutter väterlicher Seits. Alle Anderen waren schon tot. Und dann habe ich mit 14 Jahren erfahren, das dies nicht meine leibliche Oma war. Das hat der Liebe aber keinen Abbruch getan. Ich habe sie sehr verehrt.

Organisationsentwickler, *1972
Erster Kuss | Ja, mit 12, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das ich wirklich gerne mochte. Wir waren beide aufgeregt und haben uns hinterher etwas geschämt. Aber gefallen hat es mir!

Studierende Mama, *1984
Erster Kuss | Ja, sogar noch an meinen ersten Übe-Kuss mit einer Freundin, denn wir wollten ja vorbereitet sein.

Pädagoge, *1971
Mauerfall | Ich erinnere mich daran, dass ich mich sehr für die Menschen gefreut habe, die sich nach so langer Trennung wieder in die Arme nehmen konnten.

Ein Mann, *1966
Erster Computer | Mein erster PC hatte nicht mal eine Festplatte. Um vernünftig zu arbeiten, mußte ich ein zweites Laufwerk bestellen. 300 DM dafür waren für einen Studenten viel Geld.

dramelia, *1991
Spielzeug | Das weiß ich gar nicht mehr.

eine Berlinerin, *1968
Großeltern | Ja, mit Opa bin ich immer mit der Berliner S-Bahn gefahrn und wir haben uns die ganzen Denkmäler angeguckt. Der Wilhelm unter den Linden. - Ne Friedrich...
Und dann habe ich immer eine Schnur an seinem Jackenknopf befestigt und ihn geführt. Da war er mein Pferdchen. Das hat er mit sich machen lassen. Und er hat immer gelacht wie Ernie. Das Lustige habe ich von Opa.

dramelia, *1991
Gedicht | Nein, gar nicht. Ich kenn nur ein paar Anfänge, aber ein komplettes Gedicht nicht.

eine Schülerin, *1997
Gedicht | Viele. Ich merke mir fast alle und lerne manchmal zum Spaß oder Angeben welche auswendig.