Der Plankton-See

Hier sehen Sie eine Zufallsauswahl von „Erinnerungskristallen“, die sich bereits im Textpool befinden.

dramelia, *1991
Großeltern | Ja, klar! Ich kann mich an ein Ereignis sehr gut erinnern: Mein Großvater väterlicherseits hat mich in unserem alten Haus mal heftigst durchgekitzelt, als ich noch klein war. Meine Schwester (damals ein paar Jahre alt) fand das so lustig, dass sie mitgelacht hat, nach hinten gekippt ist und sich den Kopf am Heizkörper aufgeschlagen hat.

Professor, *1960
Möbel | Wir hatten einen besonderen Tisch, der mit einem Leder aus Peru überzogen war. In das Leder war ein Mäander geritzt, und auf der Fläche waren diverse indianische Symbole zu sehen. Im Zentrum ein Flötenspieler mit Lama und Kakteen, im Hintergrund die Anden. Dazu gab es ein passendes Sitzkissen. Den Tisch habe ich geerbt, das Kissen leider nicht.

Buchhändler, *1975
Erster Schultag | Ich habe mich gefreut, dass in der Zuckertüte auch Spielzeug war. Machtboxautos und ein Überraschungsei.
Wir haben das i gelernt. Rauf runter rauf, Dötzcen drauf. Deshalb nennt man bei uns in der Gegend auch die Erstklässer "I-Dötzchen".
Am Anfang schrieben wir miteinem weißen Stift auf eine Tafel aus Plastik und erst später in Hefte.

Drucker, *1946
Spielzeug | Meine elektrische Eisenbahn von Fleischmann. Die hatte ich an Weihnachten 1958 geschenkt bekommen. Ich habe sie heute noch und zwar voll funktionsfähig! Sogar die Häuser, die Bäume, der Bahnhof und die Figuren sind -wenn auch etwas ramponiert- vorhanden.

Eine Lehrerin, *1970
11. September 2001 | Ich habe in dem Moment den Fernseher eingeschaltet, als das 2. Flugzeug in den 2. Turm geflogen ist. Geweint habe ich.

Fotografin, *1963
Erster Computer | Apple Power Mac 700

Ärztin, *1955
Erster Schultag | Nur anhand des offiziellen Fotos. Ich weiß nur, daß ich mich sehr auf die Schule gefreut habe.

Anwalt, *1965
Mutter | Meine Mutter war sehr lebendig und hat es mit ihrer Liebe manchmal doch etwas übertrieben, was wir Kinder als einengend empfanden. Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, dasss ich meine Mutter nie erfolgreich hinters Licht führen oder etwas länger geheim halten konnte. Sie hat meistens nach einem längeren Blick gewusst, das etwas nicht stimmte und dann nicht mehr locker gelassen.

Studierende Mama, *1984
Millennium | Ich bin mit einem Freund nach Paris gefahren, dort war eine sehr große Feier. Heute würde ich das nicht nochmal mitmachen. Ich merke ich werde älter und habe ganz andere Bedürfnisse an eine Reise.

Ergotherapeutin, *1946
Erster Schultag | Ich erinnere mich besonders an meine Schultüte .Sie war bis zur Spitze mit Süßigkeiten aus dem Westen gefüllt .

Eine Lehrerin, *1970
Spielzeug | Ein Stoffesel namens Gripschi und ein Stoffwellensittich namens Micki.

Arzt, *1977
Mauerfall | Abends bin ich früh ins Bett, ohne etwas mitzubekommen. Ich sollte am nächsten Morgen ja um fünf Uhr aufstehen, wir mußten nämlich freitags immer zum Unterricht der Produktiven Arbeit im Hydralikwerk, Beginn mit der Frühschicht. Meine Mutter weckte mich also und sagte mir wie beiläufig, daß die Grenze offen sei; mein Vater fahre nach der Nachtschicht in den Westen, ich solle sagen, was er mir mitbringen solle. Er brachte dann Disney's Lustige Taschenbücher aus dem Antiquariat und Bananen mit braunen Stellen, da wußte ich, daß nicht alle Bananen schmecken werden.

Studentin, *1985
Erster Kuss | Der war gar nicht so schlecht.

Malerin, *1950
Großeltern | Ja, sehr viele, da ich, meine Eltern und Großeltern im gleichen Haus lebten. Mein Opa las mir oft aus Grimms Märchen vor und malte einmal für mich seltsame Figuren, obwohl er sonst nie zeichnete. ich kann mich noch genau erinnern, wie sie aussahen. sie hatten seltsam lange Nasen. Oft spielte ich mit meinen Großeltern Karten. Ich könnte noch 100 weitere Seiten über sie füllen.

Lehrer, *1986
Großeltern | Ja, meine Großmutter, winzig klein und mit Buckel, hat mich jeden Tag nach der Grundschule zum Essen, Malen, Fernsehen, Memorie spielen und Kreuzworträtsel lösen bei sich zu Hause empfangen.

Eine Frau, *1961
Erster Schultag | Ja. Aber nur wegen des Fotos mit der Zuckertüte. Ich weiß nicht mal mehr, was drin war. Aber ich glaube, meine Schulmappe roch gut. Nach Leder. Und ich glaube, dass ich mir ziemlich erwachsen vorkam an dem Tag.

Tagesmutter, *1959
Großeltern | ganz wenige, mein Opa war schon lange tot , als ich geboren wurde und meine Oma ist bereits verstorben als ich dre war.

Archäologe, *1974
Sommermärchen | Sonne - Freude - Kopfstoß Zidane - schauspielernder Italiener - falscher Weltmeister

Buchhändlerin, 1962, *1962
Großeltern | Oh ja, sehr gute-meine Großeltern waren klasse, Opa verwöhnte mich, Oma war strenger-aber auch sehr lieb.

Soldat, *1966
Tiere | Hund. Weil ich seit meiner Kindheit immer Hunde um mich habe. Sie hören zu, geben wenig Widerworte und wenn man auf die Jagd geht, so wie ich, dann gehört ein Hund dazu. Wir hatten eigentlich immer Hunde, später auch Katzen. Und beide Parteien lebten immer friedlich nebeneinander. Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie gut unser Terrier klettern kann, ob er sich das von den Katzen abgeguckt hat.

Eine Frau, *1980
Erster Schultag | Davon weiß ich nicht mehr sehr viel. Es verlief relativ unspektakulär. Mein Vater ging normal zur Arbeit, meine Mutter begleitete mich allein zum ersten Schultag. Ab dem nächsten Tag war es schon Alltag.

Pensionierter Lehrer, *1941
Sommermärchen | Nein - Fussball interessiert mich nicht besonders.

Tagesmutter, *1959
Mauerfall | Ja so ziemlich genau, ich war nach einer gespenstigen Einreise in die DDR über Nacht in einem Einreiselager in Berlin.

Soldat, *1966
Mutter | Eine gutherzige und humorvolle Frau, die auch sehr über sich selbst lachen konnte, vor allem über ihre Versprecher oder eigenen, unabsichtlichen Wortkreationen. Und sie war immer, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, sehr großzügig. Ein gutartiger Mensch, durch und durch.

Rentnerin, *1948
11. September 2001 | Ich fuhr zur Arbeit und hörte Radio. Es wurde ständig wiederholt. Ich konnte es nicht glauben, und nach der Arbeit sah ich es noch diverse Male im Fernsehen.............

Eine Lehrerin, *1970
Erster Computer | Ja. Der hatte noch grüne Schrift. Ich war begeistert, weil ich meine Hausarbeiten für die Uni jetzt endlich etwas entspannter schreiben konnte. Das Korrekturlesen wurde nicht mehr zur Angstpartie.

Soziologe, *1981
Sommermärchen | Ich erinnere mich vor allem an die unfassbare Hitze, die sechs Wochen lang ununterbrochen über dem Land lag. Hundstage.

Krankenschwester, *1980
Erster Schultag | Auf der Schultüte waren Märchenfiguren, mein Tornister war gelb (meine Lieblingsfarbe), ich sass neben Reinhard und meine Lehrerin war sehr nett und ich war erstaunt, dass sie wusste, wer ich war.

Volkswirt, *1943
Großeltern | Meine Großmutter mütterlicherseits hat lange bei uns gelebt. Sie war Schneiderin und hat immer Hosen oder Jacken repariert, in die Löcher gekommen waren. Die anderen drei Großeltern starben früh. Einer der Großväter war schon tot, als ich geboren wurde.

Organisationsentwickler, *1972
Erster Computer | Alle hatten einen C64, ich hatte einen Schneider 6128 - vielleicht liegt es daran, dass ich Computer-Spiele nicht mag.

Musiker, *1947
Gedicht | Christian Morgenstern: "Ein Hecht, vom heiligen Anton/ bekehrt, beschloss, samt Frau und Sohn,/ am vegetarischen Gedanken/ moralisch sich emporzuranken./ Er aß seit jenem nur noch dies:/ Seegras, Seerose und Seegrieß./ Doch Grieß, Gras, Rose floss, o Graus,/ entsetzlich wieder hinten aus./ Der ganze Teich ward angesteckt./ Fünfhundert Fische sind verreckt./ Doch Sankt Anton, gerufen eilig,/ rief nichts als: Heilig, heilig, heilig."

Ethnologin, *1943
Stau | Nett daran ist, dass man in Ruhe in die anderen Autozimmer schauen kann und in jedem ein Roman beginnt.

Ein Mann, *1966
Erster Schultag | ... an den zweiten: ich kam viel zu früh in den Klassenraum und die Lehrerin schickte mich wieder hinaus.

Hersteller, *1963
Reise | Gerne denke ich an eine der ersten Urlaubsreisen mit meiner damaligen Freundin und jetzigen Frau zurück. Wir waren in Schweden 10 Tage mit dem Kanu unterwegs. Haben eigentlich niemanden gesehen, geschweige denn jemanden gesprochen. Das ist schon eine Erfahrung, die, wenn sie gutgeht, zusammenschweißt.

Rentnerin, *1948
Großeltern | Nein, leider nicht. Sie verstarben bereits einige Jahre vor meiner GEburt (die mütterliche Linie). Die väterlichen Gr0ßeltern waren ganz fern - da ich ein nichteheliches Kind war, und mein Vater (folglich auch evt. noch vorhandene Gr0ßeltern) keinen Kontakt zu mir hatte. Er verstarb ebenfalls zu früh

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Millennium | In der Disco,
viele glaubten an einen riesigen Computergau,
einige an das Ende der Welt.
Ich habe an keines von beiden gedacht, sondern gefeiert.
Ich hatte den größten Sylvesterknaller (selbst gebaut)
des Ortes gezündet.
Bin im nachhinein noch froh, dass nichts passiert ist,
war eben jugendlicher Leichtsinn.

Mann, *1965
Auto | Ja, ein uralter VW Käfer, den ich zum Führerschein von meinen Eltern geschenkt bekommen habe.

Eine Frau, *1964
Erster Kuss | Ja. Er hat mich in tiefe Verwirrung gestürzt.

Eine Frau, *1948
11. September 2001 | Eine Freundin rief mich an, um mir vom Terroranschlag in New York zu erzählen. An meinem Computer im Büro verfolgte ich dann die Ereignisse neben meiner Arbeit und erzählte auch meinen Kollegen sofort davon. In der Erinnerung: nichts als Entsetzen.

Soziologe, *1981
Erster Kuss | Ich war 14 und traf meine erste Freundin in einer Disko, es war der Beginn unserer Beziehung, wir blieben über zwei Jahre zusammen. Meine Eltern wussten nicht, dass ich in einer Disko war, ich durfte auch nur bis halb elf wegbleiben. Es war im Februar, die Kanäle waren zugefroren, es hatte geschneit, und ich war der glücklichste Junge auf der Welt.

Eine Frau, *1965
Spielzeug | Eine nachgemachte "Barbie"

Bankkaufmann, *1965
Spielzeug | Ich war immer der Lego-Typ und konnte mit Playmobil nicht so viel anfangen. Mit Lego habe ich aber stundenlang (alleine oder mit meinem Bruder) gespielt.

Angestellter, *1969
Erster Kuss | An der S-Bahnstrecke, auf einem Sandberg sitzend. Sie war älter und roch so gut.

Anwalt, *1965
Vater | Mein Vater war ein disziplinierter und energischer Mann, der immer auf gutes Benehmen und Anstand geachtet hat. Lieblingsspruch: Bevor man sich was leistet, muss man erst mal was leisten. In seinem Kern war er aber stets überaus großzügig und ein ganz lieber Vater, auf den man sich immer felsenfest verlassen konnte und der erstaunlich gelassen und verständnisvoll zu seinen Kindern war.

Mann, *1967
Auto | Am liebsten hätte ich einen VW-Käfer gehabt, aber mein erstes Auto war ein roter VW-Derby, den ich von meinen Eltern übernommen hatte. Ich liebte ihn. Aber irgendwann war es an der Zeit für die Trennung, die Tochter eines Arbeitskollegen meines Vaters übernahm ihn und baute gleich einen Unfall damit. Das zerriss mir fast das Herz.

Marketingmanager, *1969
Spielzeug | Ein Stoffaffe mit blauem Halsband - später Bälle in allen Formen.

Ethnologin, *1943
Prominenz | Als Jugendliche sammelte ich mit meinen Freundinnen Autogramme: beim Sechs-Tage-Rennen, beim Filmball oder bei Filmpremieren. Das Album mit den Autogrammen ist irgendwann verlorengegangen.

Eine Frau, *1968
Mauerfall | Ich war in der WG meines damaligen Freundes und wir alle starrten fassungslos in den Fernseher. Ich weiß noch, dass ich weinen musste, weil ich so von der Freude der Menschen ergriffen war. Aber was das alles so für die Zukunft zu bedeuten hatte, das konnte ich damals nicht einschätzen.

Marketingmanager, *1969
Millennium | Mit Freunden über Stuttgart - ein schönes Fest. Wir hatten tatsächlich die Badewanne mit Wasser gefüllt, falls um Null Uhr die Infrastruktur kollabiert.

Psychotherapeutin, *1956
Mauerfall | Ohja...ein Gewirr von Menschen, die darüber kletterten. Und an Herrn Genscher, der die Freiheit verkündete.

Ärztin, *1955
Gedicht | Leider nicht!

Pädagoge, *1971
Sommermärchen | Tragische. Es ist aber nur Fußball.

Schülerin, *2001
Gedicht | ein bisschen "John Maynard" von Storm

Organisationsentwickler, *1972
Millennium | Ich wohnte in einer WG mit 5 MitbewohnerInnen auf 270 qm mit Blick auf die Weser. Es war großartig, als um 12 die Raketen vor unseren Augen explodierten - wir standen auf dem Dach.

Typographikerin, *1949
Spielzeug | Eins fällt mir ein: So ein Holztriesel, dazu ein Stock mit einer Schnur. Damit habe ich leidenschaftlich gern gespielt, auf der Strasse. Aber das war nicht mein Eigentum als Spielzeug. Ich persönlich hatte keins. Nicht mal 'ne Kuschelpuppe. Bin ja im Heim aufgewachsen. Ich hatte mir zu Weihnachten einen Rucksack gewünscht. Den bekam ich dann auch. Das war mein liebster Gegenstand. Mein alleiniger Besitz.

Eine Frau, *1980
Mauerfall | Ich erinnere mich nicht direkt an den Tag, aber an die Zeit. Es war um meinen 9. Geburtstag herum und das erste geschichtliche Ereignis, bei dem ich "live" dabei war. Bei uns lief der Fernseher rund um die Uhr (eigentlich ein "Nogo"). Plötzlich waren überall diese lustigen Autos (Trabbis) und Menschen, die anders sprachen (ich bin in Hessen, also in der Nähe zu Thüringen, groß geworden). Alle haben sich so sehr gefreut. Dieses Ereignis hat mich unglaublich geprägt und noch heute bekomme ich Gänsehaut bei den Bildern. Ich werde Freiheit und Demokratie für immer hoch achten. Obwohl ich es selbst nie anders kannte, habe ich Menschen gesehen, die so sehr dafür gekämpft haben. Schade, dass die Probleme im Laufe der Zeit überhandgenommen haben und vergessen wurde, was damals so wichtig war.

Eine Frau, *1950
Großeltern | Nur an eine Großmutter, die anderen Großeltern sind vor meiner Geburt gestorben bzw. von den Russen ermordet.

Diplom-Bibliothekar, *1965
Vater | Sehr verständnisvoll und tolerant, kann sehr gut erklären.

Eine Frau, *1950
Spielzeug | Holztierchen

Eine Frau, *1950
Mauerfall | Ja, ganz genau. Ich war vollkommen überrascht, weil ich vorher überzeugt war, die DDR würde noch über meinen Tod hinaus existieren.

Schreiberin, *1982
Sommermärchen | Anlässlich dessen habe ich gemerkt, dass ich eine ziemlich Abneigung gegen solche "Massenpartys" habe. Plötzlich gab es nur noch Fußball. Ein für mich langweiliger Sport.

Drucker, *1946
Erster Schultag | Natürlich. Wir waren sage und schreibe 52 Kinder in einer Klasse! Das kam daher, daß auch die Kinder eines von Ordensfrauen geführten Kinderheims mit uns eingeschult wurden.

Eine Frau, *1964
Großeltern | Mütterlicherseits an meine Großmuttr. Den Großvater habe ich nicht kennengelernt. Er ist im Krieg gefallen.Mit meiner Großmutter verbinde ich Heimat, Geborgenheit, Wurzeln, auch Selbstzurücknahme bis zur Selbsverleugnung, Dresden und das Erzgebierge. Väterlicherseits an beide Großeltern. Mit meiner Oma verbinde ich Strenge, Kuchenessen, Dorftrasch, bestimmte Gerüche, wenn sie den Küchenschrank öffnete. Mit meinem Opa Geducktsein, Stille, Spazierstock, Wald und Pilze.

Ingenieur, *1952
Spielzeug | Ein LKW, das hat mich geprägt, vielleicht würde ich deshalb auch Ingenieur.

Informatiker, *1967
Millennium | Ich war gespannt ob es tatsächlich zu dem lang befürchteten Computer-Gau zum Jahreswechsel kommt. War alles halb so wild.

pensionärin, *1944
11. September 2001 | es war ein furchtbarer schock!!

Journalist, *1957
Spielzeug | Meine Modelleisenbahn(en)

Kaufmann, *1965
Sommermärchen | Es war ein sehr heißer Sommer.

Lehrer, *1983
Mauerfall | Das habe ich natürlich nicht selbst mitbekommen, aber meine Eltern haben irgendetwas davon erzählt, dass da Männer in der Küche seien, die die Mauer weggemacht haben. In der Küche stand wohl unser Fernseher.

Kommunikationsmanagerin, *1980
Millennium | Bei einer Freundin. Wir hatten keine Lust zu feiern und haben Nintendo gespielt.

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Sommermärchen | Nein, nicht gesehen,
Fußball ist nicht mein Ding.

med. techn. Asistentin, *1052
Spielzeug | eine puppe namens silke

Eine Frau, *1950
Millennium | Nichts Besonderes. Ich war nur interessiert, ob an dem Geunke, daß womöglich alle Rechner samt Stromversorgung ausfallen könnten, etwas dran sein würde.

Frau, *1978
Spielzeug | Ein kleiner grüner Tisch, in den ich Nägel einhämmern durfte, während meine Mutter gekocht hat.

Corporierter, *1959
Spielzeug | Ein CocaCola-Lieferwagen von Matchbox.

Soziologe, *1981
Erster Schultag | Unwesentlich. Ich erinnere mich, dass unsere Klassenlehrerin uns zum Schreien aufforderte. Später fragte ich meine Eltern ganz aufgeregt, ob sie uns haben schreien hören. Ich fand es offenbar ungemein bemerkenswert, dass Erwachsene Kinder zu so etwas ermutigen können.

med. techn. Asistentin, *1052
Mauerfall | habe ich nur peripher wahrgenommen, hatte einen säugling

Sportmanager, *1977
Erster Computer | Ja. Gleichzeitig der erste für lange Zeit, den ich nicht selbst zusammengebastelt habe...

Ein Mann, *1968
Erster Computer | War ein VC 20

Ingenieur, *1977
Erster Schultag | Ja, einige meiner Kindergartenkumpels kamen mit mir zusammen in die gleiche Klasse, komisch war es, dass auch noch andere Kinder in der selben Klasse waren, die ich vorher nie gesehen hatte. Es war super, dass ich neben meiner Kindergartenfreundin sitzen konnte!

Schreibstudentin, *1994
11. September 2001 | Ich war mit meiner Mutter im Schlafzimmer meiner Eltern, weil dort unser kleiner Fernseher stand. Unsere Nachbarin hatte uns sofort angeurfen, dann machten wir den Fernseher an und sahen die Bilder, die einbrechenden Türme und den riesiegen Qualm. Ich erinnere mich immer an das schöne, noch ganz sommerliche Wetter, denn das Schlafzimmer ging auf den Balkon raus und kurz bevor wir den 11.September sahen, sass ich noch draussen und hörte Vögel, oder etwas Anderes Sommerliches.

Schülerin, *1998
Erster Computer | Ja, ich habe leider Kirschsaft über ihn gekippt.

Ein Mann, *1968
Erster Kuss | Auf jeden Fall. Das werde ich nie wieder vergessen.

Eine Frau, *1981
Sommermärchen | Ich habe keine speziellen Erinnerungen. Allerdings habe ich die heitere Stimmung genossen.

Eine Frau, *1948
Gedicht | Einige, als erstes fällt mir "Der alte Tibettteppich" von Else Lasker-Schüler ein: Deine Seele, die die meine liebet ...

Studentin, *1985
Gedicht | Der Zauberlehrling von Goethe

Studentin, *1987
Spielzeug | Lego, weil ich damit selbst etwas konstruieren konnte.

Redakteurin, *1966
11. September 2001 | Meine Tochter war gerade geboren, am 3. September. Ich lebte in Frankfurt/Main mit der Aussicht auf die Skyline und dachte immer: Jetzt bin ich Mutter und jetzt kommt ein Krieg?

Schülerin, *2001
Millennium | im Kinderteich....

Studentin, *1994
Erster Schultag | Ein wenig, aber auch nur weil es so viele Fotos von diesem Tag gibt.
Ich hatte ein schreckliches Dirndl an mut einer weißen!!! Strumpfhose und schwarzen Lackschuhen. Aber meine Schultüte war für mich meine Traumschultüte mit Pferd und Hufeisen, selbergebastelt von Mama.

Ethnologin, *1943
Möbel | In dem dreiteiligen Kastenschrank habe ich mich mit meinem Bruder und einem Cousin versteckt, jeder lag in einem der gestapelten leeren Teile - und die Erwachsenen haben uns nicht gesucht, so dass wir irgendwann enttäuscht herauskrabbelten. Ich war wohl 3 oder 4 Jahre alt. Die drei Teile habe ich immer mit umgezogen und sie stehen heute noch in meinem Wohnzimmer.

Studentin, *1994
Großeltern | Ja, jedoch leider nur mütterlicher Seite, mein Opa väterlicher Seite starb noch vor meiner Geburt, während meine Oma väterlicher Seite starb als ich noch ein Baby war.
Omi und Opi, so nannten wir unßere Großeltern mütterlicher Seite, wohnten bei uns im Haus.
Mein Opi hat als meine Mama noch ein Kind war ein riesiges Grundstück gekauft.
Solange wir die geliebten Blumen nicht kaputt machten durften wir ausgiebig im Garten spielen.
Aber wehe wir haben ein Bonbonpapier verloren oder gar den Fußball in das Beet gekickt.
Dann waren die beiden nicht so begeistert. Manchmal wurde der Ball dann von meinem Opi im Schrank verstaut. Andererseits war mein Opi immer da wenn am Fahrrad mal etwas nicht gestimmt hat und meine Omi kocht noch heute gerne für mich Milchreis :) und wohnt noch immer im Haus.

Künstlerin, *1966
Millennium | Gemütlich Zuhause in Berlin mit dem Oldiesender, der die besten Songs der letzten 50 Jahre brachte. Mein Mann und ich fertigten lange Listen an, was wir glaubten, was auf welchem Platz landen würde und freuten uns über jede Übereinstimmung. Wir waren damals erst seit wenigen Wochen wieder zurück in Berlin und kannten niemanden dort. Wir dachten Silvester würde traurig und trübsinnig werden, aber es war lustig.
Wir sangen mit, tanzten durch die Wohnung und standen auf unserer Dachterrasse, es war alles voll Rauch, so viel wurde geböllert. Die Straßen sahen aus wie nach einem Bürgerkrieg und wir wußten gar nicht, wie wir unsere Hunde ausführen sollten. Die BSR hat aber alles recht schnell wieder bereinigt. "We kehr for you".

Eine Frau, *1965
Millennium | Privat-Party

Lehrer, *1962
Vater | Mein Vater war als Reisender unterwegs, verkaufte orthopädische Waren. Damals, bis in die 80er Jahre verschrieben die Ärzte noch alles mögliche und die Krankenkassen zahlten alles. Mein Vater war vermögend, baute drei Häuser, hatte für uns Kinder nicht viel Zeit. Wir reisten aber viel. So lernte ich Europa kennen. Später wurde er dement. Wenn ich vormittags ihn besuchte, erkannte er mich.

Mann, *1963
Gedicht | Eigentlich nicht. In der Schule lernte ich mal "Fehlgeschossen" von Wilhelm Busch, hat mir gut gefallen. Gedichte lernen war schon zu meiner Schulzeit nicht mehr so in Mode.

Archäologe, *1974
Erster Schultag | Schultüte - mulmiges Gefühl - weiße Schule

krankenschwester, *1964
Erster Kuss | Jap, er dreizehn, ich dreizehn, er mit zahnspange. Keineswegs romantisch aber aufregend!

Eine Frau, *1964
Erster Schultag | Mein erster Schultag war überschattet davon, dass mein Vater vergessen hatte seinen Fotoapparat mitzunehmen. Alle anderen Kinder wurden vor der Schule fotographiert nur ich nicht. Die Fotos holten wir später vor der Haustüre unseres Hauses und im Garten nach. Ich war bitterböse und machte ein entsprechendes Gesicht. Erst nachdem wir von dem (äußerst seltenen) Mittagessen in einem Restaurant zurückkamen, war ich versöhnt und konnte auf den nächsten Fotos wieder lächeln.

Norddeutscher, *1962
Millennium | Den Jahrtausendwechsel 1999 auf 2000 habe ich mit Freunden auf einer Party verbracht. Alle waren sehr aufgeregt, keiner konnte eigentlich so genau sagen warum. Vielleicht, weil ganz besonders für die Nachkriegsgeneration das Y2K immer ein magisches Jahr war, ein Jahr das soweit in der Zukunft lag, dass man gar nicht erwartete, es wirklich zu erreichen. Und dann war es plötzlich da. Es wurde auch viel herum geunkt, von irgendwelchen Katastrophen, die angeblich mit diesem besonderen Jahreswechsel verbunden sein sollten. Das stellte sich alles als Blödsinn heraus.