Der Plankton-See

Hier sehen Sie eine Zufallsauswahl von „Erinnerungskristallen“, die sich bereits im Textpool befinden.

Schülerin
Gedicht | Den "Zauberlehrling" von Goethe. Den habe ich in der 5.Klasse auf Klassenfahrt bei einer Talentshow aufgesagt. Ich habe sogar gewonnen und habe einen Eisgutschein bekommen. Ich mag auch das Gedicht "Warum die Zitronen sauer wurden" von Heinz Erhardt. Das war das aller erste, was ich auswendig konnte.

Eine Frau, *1980
Erster Schultag | Davon weiß ich nicht mehr sehr viel. Es verlief relativ unspektakulär. Mein Vater ging normal zur Arbeit, meine Mutter begleitete mich allein zum ersten Schultag. Ab dem nächsten Tag war es schon Alltag.

Musiker, *1963
Großeltern | Ja, an meine Grossmutter mütterlicherseits habe ich sehr starke Erinnerungen. Sie hat mich mit Weltsicht, dem steten Bemühen, die Fassung und den Schein zu wahren, aber auch mit ihrer liebevollen Pflege von Gladiolen, also ihrem Spannungsfeld zwischen Zuwendung und christlicher Herrschsucht, geprägt.

Buchhändlerin, 1962, *1962
Erster Kuss | Ja. War aber nicht so toll...

Eine Frau, *1968
Erster Kuss | In der Grundschule auf dem Sportplatz. Ein Junge aus meiner Klasse lief hinter mir her und küsste mich im Laufen. Ich konnte wochenlang nicht schlafen.

Eine Frau, *1981
Erster Schultag | Nein, leider nicht.

Ein Mann, *1968
Mauerfall | Da war ich bei der Bundeswehr. Aber es war ein schönes Erlebnis

Soziologe, *1981
Erster Schultag | Unwesentlich. Ich erinnere mich, dass unsere Klassenlehrerin uns zum Schreien aufforderte. Später fragte ich meine Eltern ganz aufgeregt, ob sie uns haben schreien hören. Ich fand es offenbar ungemein bemerkenswert, dass Erwachsene Kinder zu so etwas ermutigen können.

Buchhändler, *1975
Erster Schultag | Ich habe mich gefreut, dass in der Zuckertüte auch Spielzeug war. Machtboxautos und ein Überraschungsei.
Wir haben das i gelernt. Rauf runter rauf, Dötzcen drauf. Deshalb nennt man bei uns in der Gegend auch die Erstklässer "I-Dötzchen".
Am Anfang schrieben wir miteinem weißen Stift auf eine Tafel aus Plastik und erst später in Hefte.

Lehrer, *1986
Gedicht | Nein.

Malerin, *1950
Großeltern | Ja, sehr viele, da ich, meine Eltern und Großeltern im gleichen Haus lebten. Mein Opa las mir oft aus Grimms Märchen vor und malte einmal für mich seltsame Figuren, obwohl er sonst nie zeichnete. ich kann mich noch genau erinnern, wie sie aussahen. sie hatten seltsam lange Nasen. Oft spielte ich mit meinen Großeltern Karten. Ich könnte noch 100 weitere Seiten über sie füllen.

Corporierter, *1959
Mauerfall | Ich war beim Zahnarzt und Frau Dr. (damals etwa 60 Jahre alt) meinte sichtlich erregt "jetzt kommen alle diese Kommunisten hierher..."

Eine Frau, *1964
Großeltern | Mütterlicherseits an meine Großmuttr. Den Großvater habe ich nicht kennengelernt. Er ist im Krieg gefallen.Mit meiner Großmutter verbinde ich Heimat, Geborgenheit, Wurzeln, auch Selbstzurücknahme bis zur Selbsverleugnung, Dresden und das Erzgebierge. Väterlicherseits an beide Großeltern. Mit meiner Oma verbinde ich Strenge, Kuchenessen, Dorftrasch, bestimmte Gerüche, wenn sie den Küchenschrank öffnete. Mit meinem Opa Geducktsein, Stille, Spazierstock, Wald und Pilze.

Germanistin, *1930
Großeltern | Ja,viele. Eine Auswahl: Die Mutter meines Vaters starb, als er fünf Jahre alt war, sein Vater heiratete dann deren Schwester, mit der er noch fünf Kinder hatte. Da habe ich kaum Erinnerungen. Einmal haben wir Ihn wohl besucht: Es hieß, ich hätte auf seinem Schoß gesessen und mit seinem Bart gespielt. Der Vater meiner Mutter war Zimmermann, Meister mit Lehrlingen und Gesellen, Besitzer eines Sägewerks in Hinterpommern. Dort verbrachten meine Schwester und ich alle Sommerferien und dahin war ich eineinhalb Jahre evakuiert aus dem zerbomten Berlin bis zur Flucht.
Großpapa und Großmama waren eher streng und schweigsam, fleißig, tüchtig, hochangesehene, respektable Leute in der Kleinstadt.

Studierende Mama, *1984
Sommermärchen | Ich bin überhaupt kein Fußballfan und ich bin jedes Jahr sehr genervt von dem Geschrei und dem extremen Krach den die Mehrheit meiner Mitmenschen macht. Damals wohntei ch noch sehr zentral in meiner Stadt und es war wiklich furchtbar. da es sehr heiß war wollte ich nachts lüften, nur bei dem Lärm konnte ich überhaupt nicht schlafen. Ich fühlte mich sehr gefangen. Nun wohne ich - Gott sie Dank - in einer viel ruhigeren Gegend und habe dieses Jahr fast nichts vom Fußball Hype mitbekommen.

Psychologe, *1969
Erster Computer | Ein Commodore C64, beige-braun, mit einem Cassettenlaufwerk als Speicher. Das tuagte wenig, ich kaufte dann ein 5 1/4 Zoll Laufwerk mit den biegsamen schwarzen Disks. Ein grün leuchtender Bildschirm.

Frau, *1978
Erster Kuss | Aufregend und angsteinflößend.

Künstlerin, *1966
Großeltern | Mein Opa hatte einen klassischen Tante-Emma-Eckladen in Berlin Wedding. Weil er so nah an der Zonengrenze war, verkaufte er jede Menge Kaffee (in Dosen damals) und andere Dinge, die Leute mit "rüber" nahmen. Den Bau der Mauer hat er nie verwunden, ihren Fall leider nicht mehr erlebt. Als Lebensmittelhändler war er im Krieg eine gute Partie gewesen, er war Witwer und wurde mit einer Witwe verkuppelt, die gut aussah, aber den Kindern keine gute Mutter war. Er war ein gutmütiger Typ und seine erste Frau war ganz anders gewesen. Im Laden roch es wunderbar, so nach Brause und Bier, frischem Gemüse und Brot. Wenn ich als Kind mit in den Laden ging, sagt er immer: "Schnell noch was zu naschen!" und ich durfte in große Gläser mit Bonbons und Gummibärchen greifen, herrlich!

eine Schülerin, *1997
Gedicht | Viele. Ich merke mir fast alle und lerne manchmal zum Spaß oder Angeben welche auswendig.

Pädagoge, *1971
Millennium | Feiernd auf dem Rathausplatz meiner Heimatstadt

Künstlerin, *1966
Erster Computer | Ja. Ich habe mich lange gegen einen PC gewehrt, aber irgendwann überreden lassen. Mein Statement war immer gewesen: "Man kann keine Märchen auf einem Computer schreiben." Ich ließ mich schnell eines Besseren belehren, alleine die endlosen Schriften (Truetypes) waren göttlich.
Heute unvorstellbar, was man damals alles mit 2 MB Arbeitsspeicher gemacht hat!

Lehrerin, *1952
Möbel | Meine Eltern hatten im Wohnzimmer ein ausladendes dunkelrot bezogenes Sofa mit zwei dazu passenden Sesseln. Als Kinder konnten wir darauf toben oder uns, wenn viel Besuch da war, auf die Armlehnen setzen. Auf dem Sofa wurden auch gelegentlich unsere teils vom Rummel stammenden Puppen platziert. Eine schwarze "Negerpuppe" hatte mein Vater "Blumumba" getauft.

Anwalt, *1965
Mutter | Meine Mutter war sehr lebendig und hat es mit ihrer Liebe manchmal doch etwas übertrieben, was wir Kinder als einengend empfanden. Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, dasss ich meine Mutter nie erfolgreich hinters Licht führen oder etwas länger geheim halten konnte. Sie hat meistens nach einem längeren Blick gewusst, das etwas nicht stimmte und dann nicht mehr locker gelassen.

Eine Frau, *1965
Millennium | Privat-Party

Frau, TV-Producer, *1970
Großeltern | Ich erinnere mich gut an meinen Grossvater, den Vater meiner Mutter. Er war ein sehr ruhiger, dankbarer Mensch, mit sich und der Welt im Reinen. Obwohl er viel Leid erfahren hat durch den Krieg und eher bescheiden lebte, machte er auf mich einen stets zufriedenen, verschmitzten Eindruck. Er liebte mich sehr und ich hab das als Kind schon sehr gespürt. Wenn er mir ein Bonbon mehr gab als den anderen Enkeln oder eben durch die viele Zeit, die er mit mir verbrachte. Die Kraft, die ich dadurch bekommen habe, spüre ich noch heute. Wenn jemand auf dich stolz ist und dich liebt und hinter dir steht, dann trägt dich das dein ganzes Leben lang.

Apothekerin, *1954
Erster Kuss | Ja. War blöd, Gruppendruck.

Sozialpädagogin, *1954
Erster Computer | ja, fürs Studium angeschafft

Eine Frau, *1964
Mauerfall | Ja. Meine Mutter war an jenem Tag zu Besuch bei ihren Geschwistern in Ostberlin. Ihre Erzählungen von ihrem Erleben dieses Tages gehören zu den Eindrücklichsten, die ich von ihr erinnere. Für sie und in Verbundenheit mit ihr auch für mich gehört dieser Tag zu den wichtigstens persönlich erlebten historischen Ereignissen.

Ingenieurin, *1964
Großeltern | Nur an meine Grossmutter väterlicherseits, ich liebte sie sehr.

Typographikerin, *1949
Gedicht | Lirum, larum, Löffelstiel - wer viel frisst, der kriegt auch viel. Aber das ist natürlich kein Gedicht. Nur so ein Kinderspruch.

Eine Frau, *1981
Großeltern | Meine französische Großmutter kam uns jedes Jahr über Weihnachten besuchen. Sie roch nach einer Mischung von duftender Gesichtscreme und starkem Tabak. Damals für mich der beste Duft der Welt. Ich liebte es, neben ihr auf dem Sofa zu sitzen, ihre Hand zu halten, die so weich und faltig war, und ihren Geschichten zu lauschen.

Sozialarbeiterin, *1960
Millennium | Mit einer Freundin. Wir sind erst Essen gegangen und dann zum großen Feuerwerk an den Fluss auf die Brücke. Es war schön, aber auch gruselig und gefährlich, weil die Leute nicht aufgepasst haben, wohin sie ihre "Granaten" geworfen haben.

Psychologe, *1969
Gedicht | Nein.

Eine Frau, *1948
Erster Kuss | Ich war vielleicht 15 Jahre alt, auf einem Rummelplatz mit einem Fotografen verarbredet, den ich kurz vorher kennengelernt hatte. Der war Anfang 20, für mein Empfinden sehr alt. Er wollte nach dem Kuss mehr, ich wollte das nicht. Und er arbeitete für die Bild-Zeitung, das fand ich nicht gut. Also habe ich ihn nicht wiedergesehen.

Ingenieurin, *1964
Sommermärchen | Ja, an grosse Begeisterung und fröhliches Feiern

Lehrerin, *1952
Auto | Mein erstes Auto, einen gebrauchten weißen VW 1600 mit Fließ­heck, habe ich als junge Lehrerin gleich nach dem Studium gekauft. Eine Kollegin, deren Mann ein Autohaus hatte, hat ihn mir vermittelt. Die weitesten Fahrten gingen an den Garda-See und nach Südfrankreich. Ich erinnere mich auch gern an schöne Fahrten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Studierende Mama, *1984
Millennium | Ich bin mit einem Freund nach Paris gefahren, dort war eine sehr große Feier. Heute würde ich das nicht nochmal mitmachen. Ich merke ich werde älter und habe ganz andere Bedürfnisse an eine Reise.

Frau, *1978
Erster Computer | Ein C64, auf dem man Spiele spielen konnte, wenn man Programmierbefehle eingehämmert hat.

Schreibstudentin, *1994
Erster Schultag | Ja. Meine Mutter hat mich in die Aula begleitet, wo wir sortiert wurden in Klassen. Wir mussten zum Lehrer, der einen Pinguin hochhielt, das war mein neuer Klassenlehrer und der Pinguin würde drei Jahre in unserem Klassezimmer bleiben und zuschauen. Als meine Mutter ein Foto von mir machte, rannte eine Freundin durchs Bild und alles verwickelte. Lars hatte als einziger eine Schultüte, weil nur er ein deutscher ist. Darauf waren Zebras, seine Lieblingstiere. Ich trug ein hellblaues Tshirt mit einer grünen Weinbeerschnecke drauf.

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Sommermärchen | Nein, nicht gesehen,
Fußball ist nicht mein Ding.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
11. September 2001 | Auf dem Heimweg sah ich, dass auf dem Reichstag die Flaggen auf Halbmast hingen.

Archäologe, *1974
Spielzeug | Matchbox-Autos

Tagesmutter, *1959
Gedicht | Kindergedichte, macht der Job, mit Gedichten kannst Du Kinder wunderbar in die Welt der Sprache bringen. Mein Lieblingsgedicht ist von Michael Ende "Ein Schnurps grübelt" sicher werde ich es auch irgendwann auswendig können.

Lebenskünstlerin, *80
Erster Schultag | Nein. Komischerweise nicht.

Journalist, *1957
Erster Computer | Ja, das war Anfang der 90er Jahre ein kleiner Apple, der heute noch funktioniert!!

Sozialarbeiterin, *1960
Sommermärchen | Ja. Ist aber nicht relevant

Kaufmann, *1965
Millennium | Ich habe geschlafen. So wie in jeder Silvesternacht.

Eine Frau, *1950
Großeltern | Nur an die väterlicherseits...zwei steinalte Herrschaften, bettlägerig. Im Alter von 97 bzw 93 Jahren verstorben. Spannender sind die Erinnerungen meiner Mutter an ihre Eltern, die beide früh verstarben.

Personalreferentin, *1947
11. September 2001 | Ein Morgen am Schreibtisch in meiner Firma gegen 8.30 h. Ein Kollege aus einem Nachbarzimmer stürmte herein! Er hatte ein Radio am Arbeitsplatz und schrie "In New York sind Flugzeuge in Hochhäuser geflogen"! Ich weiß noch, dass ich sagte "Sie spinnen, das gibt es doch gar nicht!" Aber leider war es die Wahrheit! Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile auf den Fluren, alle rannten zu diesem Kollegen in sein Büro, zum Radio. Ich glaube, niemand hat an dem Tag noch wirklich richtig gearbeitet.

Eine Frau, *1950
Gedicht | Ja, mehr als eins...Herbstbild / Er ist's / versch. von Rilke

Soldat, *1966
Mutter | Eine gutherzige und humorvolle Frau, die auch sehr über sich selbst lachen konnte, vor allem über ihre Versprecher oder eigenen, unabsichtlichen Wortkreationen. Und sie war immer, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, sehr großzügig. Ein gutartiger Mensch, durch und durch.

Mann1959
Erster Kuss | Ungern, weil viel zu ungestüm und überhungrig. Erst nach dem Abitur. Nur vom Hörensagen der Schulkameraden bis dahin bekannt. Deshalb völlig überfordernde Bilder im Kopf.

Schüler, *1997
Erster Schultag | Nein, nicht mehr wirklich. Ich weiß nur noch, dass wir alle in einer großen Halle saßen und darauf warteten aufgerufen zu werden. Dann sind wir nach vorne gegangen und haben uns zu den neu eingeschulten gesetzt.

Eine Frau, *1950
Spielzeug | Alles, womit man sich verkleiden konnte.

Ärztin, *1955
Erster Computer | Das ist noch nicht lange her, erst 2010 bekam ich meinen ersten Laptop und habe mich autodidaktisch abgequält. Noch heute macht er Dinge, die ich nicht verstehe und ich kann die ganzen Zaubereien noch immer nicht recht nutzen.

Diplomingenieur, *1965
Sommermärchen | Toller Sommer. Tolle Stimmung. Keiner hat der deutschen Mannschaft das zugetraut. Damals habe ich Klinsmann und Löw überhaupt nicht ernst genommen. Schwäbischer Bäckerbursche und Co-Trainer mit Zischlautschwierigkeiten.

Soldat, *1966
Auto | Ein Opel Ascona 1,3 ltr. das war 1984. Den hatte ich von meinem Vater übernommen.
Gute vier Wochen hatte ich ihn, dann hatte ich im Elsass einen Unfall mit einem Franzosen. Der stritt alles ab, erst im "scharfen" Verhör durch die dortige Polizei gab er alles zu. Ich hatte mich schon im Knast gesehen. Abends war ich dann per Bahn wieder in der Kaserne, Kennzeichen und Verbandskasten unterm Arm.

Schülerin
Großeltern | Mein Opa ist der einzige, der mich "Engel" nennt. Das fühlt sich immer gut an. Und Oma macht den besten Schokopudding der Welt

Mann, *1963
Erster Computer | Mein erster Computer war ein Atari mit kleinem schwarz-weissen Bildschirm. Soviel ich mich erinnern kann, hatte die Festplatte 60 MB.

Eine Frau, *1965
Großeltern | Ja, und alle sind mit Essen bzw. trinken verbunden: Katzenzungen, Mon Cherie, Eierlikör mit Limonade, Marmorkuchen auf Butterbrot

Redakteur, *1964
Möbel | Ich hatte ein Ausziehbett. Es war grün gepolstert. Tags diente es als Sofa. Die Holzklappe als Rückenlehne. Dahinter war mein Spielzeug. Wenn ich krank im Bett lag, hatte ich es immer griffbereit, ohne aufstehen zu müssen.

pensionärin, *1944
Mauerfall | vage.ich dachte noch, jetzt badet ganz deutschland in rührungstränen, die dann im alltag allzu schnell versiegen.

Politikwissenschaftlerin, *1961
Sommermärchen | Ich habe mit Fußball absolut nichts am Hut. Aber ich fahre gern Auto, vor allem im Cabrio offen bei schönem Wetter. Ich erinnere mich an das schöne Wetter im Sommer 2006 und dass ich meine Erledigungen im vollen Berlin möglichst zeitlich so legte, dass ich ohne Stau auf fast leeren Straßen während der Spiele mit dem offenen Auto vorankam. Insofern habe ich auch angenehme Erinnerungen an die WM 2006 - warme Sommerabende, lauer Fahrtwind....

Jurist, *1963
Erster Computer | Ein Commodore Plus 4, eine nicht sehr erfolgreiche Weiterentwicklung des legendären C 64.

Eine Frau, *1964
Millennium | Unspektakulär und sehr ruhig nach dem Umzug in eine andere Stadt zwei Tage vor Weihnachten wegen des Antritts einer neuen Stelle mit drei kleinen Kindern im Kreis der (Klein-)Familie im neuen Haus.

Eine Frau, *1980
11. September 2001 | Ich war wenige Wochen zuvor von einem 13monatigen Auslandaufenthalt zurückgekehrt und hatte einige Tage zuvor den ZVS-Studienbescheid erhalten. Mitten in diesen Lebenswechsel platzten die Flugzeuge. Ich hörte die Nachricht im Auto auf dem Weg vom Frisör (neuer Lebensabschnitt, neue Frisur) nach Hause. Den Rest des Tages verbrachte ich vorm Fernseher.

Marketingmanager, *1969
Erster Schultag | Ja - eventuell ist es aber auch nur eine Erinnerung an die Fotos mit 70er-Jahre-Nicki-Ringel-Pullover. Alles in allem war ich ein unglücklicher Junge in den ersten Schuljahren.

Eine Frau, *1981
Erster Computer | Er war grau und nahm ein Drittel des Schreibtischs ein. Allerdings hatten wir zunächst keinen Internetanschluss und somit nutzte ich ihn nur zum Schreiben von Texten (für die Schule). Gespeichert wurde noch auf Disketten...

Pensionierter Lehrer, *1941
Spielzeug | Ein altes Geschichtsquartett. Aus den 60 Karten habe ich zwei Heere gebildet und die Karten in die Luft geworfen. Die danach mit der grünen Rückseite nach oben auf dem Boden lagen, schieden aus. Nach mehreren Würfen stand der Sieger fest - wenn Friedrich der Grosse oder Blücher dabei war, freute ich mich besonders.

Naturwissenschaftlerin, *1948
Erster Kuss | Merkwürdigerweise überhaupt nicht - nicht einmal an den Knaben.

Kaufmann, *1965
Erster Schultag | Ich erinnere mich noch sehr genau daran. Ich wußte schon an diesem allerersten Schultag: Schule ist nicht mein Ding ! Ich bin dann auch keinen einzigen Tag gerne zur Schule gegangen. Völlig anders verhielt es sich mit der Universität. Dort bin ich regelrecht aufgeblüht !

Redakteur, *1964
Vater | Oh, dominant, manchmal unbeherrscht. Oft hatte ich Angst vor ihm. Es gab oft Streit. Dennoch war er ein Vorbild. Er schien stark und souverän. Er wusste viel und organisierte alles. In Wahrheit war er ein ängstlicher Mensch. Erst später lernte ich ihn wirklich lieben. Sein Tod, verursacht durch eine falsche Infusion im Krankenhaus, war der traurigste Moment meines Lebens.

Studentin, *1994
11. September 2001 | Ja ich war gerade in der ersten Klasse. Erst habe ich garnicht verstanden was passiert ist, bis auch ich im Fernseher die schrecklichen Bilder gesehen habe. Durch die versteht man auch als Kind dass dort etwas schlimmes passiert ist. Auch wenn einem die politischen Hintergründe nivht bewusst sind.

Bankkaufmann, *1950
Reise | Ich erinnere mich an viele schöne Urlaubsreisen. Der Ort bzw. die Stadt, der/die die schönsten Eindrücke bei mir hinterlassen ist, ist Venedig. Meine Frau und ich haben die Reise zu unserer Silberhochzeit unternommen. Gleich nach der Ankunft mit dem Zug standen wir auf der Scalzi-Brücke über den Canal Grande und waren wie verzaubert von der einzigartigen Stimmung.

Studentin, *1987
Spielzeug | Lego, weil ich damit selbst etwas konstruieren konnte.

Ein Mann, *1966
Sommermärchen | Ich war zum ersten Mal bei einem Public Viewing.

Sozialpädagogin, *1954
Spielzeug | der alte Bär Pu, der mit mir aus der DDR ausgereist ist (es gibt ihn noch)

Politikwissenschaftlerin, *1961
Großeltern | Meine Großeltern mütterlicherseits lebten auf dem Lande etwa 50 km von Leipzig entfernt. Ich erinnere mich an heiße, trockene Feriensommer dort. Mit Baden, Blaubeeren sammeln, Mückenstichen und Sonne......
Von meinem Vater habe ich nur die Mutter kennengelernt. Die Eltern meines Vaters waren geschieden. Diese Oma lag meist auf dem Sofa, rauchte, las und erzählte von früher. Für mich als Kind wahnsinnig interessant. Wir wohnten in einem Mehrfamilienhaus in Leipzig, so dass ich sie täglich besuchen konnte.

Eine Frau, *1968
Großeltern | Nur eine Oma lebte noch als ich geboren wurde. Sie wohnte in Hannover und hatte Lieblingsenkel. Ich gehörte nicht dazu.

Eine Frau, *1968
Erster Computer | Ich hatte nie einen eigenen, immer nur in der Firma.

Studentin, *1994
Spielzeug | Definitiv Playmobil. Damit konnte ich ganze Tage verbringen und es gab kein Fest an dem ich mir nicht etwas von Playmobil gewünscht habe.
Am liebsten hab ich das große Schiff mit in die Badewanne genommen.
Schade eigentlich dass man sich irgendwann zu alt für soetwas findet.

Sozialpädagogin, *1954
Großeltern | Ja, immer in den Ferien dort, Gefühl von Geborgenheit, es war mein emotionales Zuhause.

Fotografin, *1963
Mauerfall | Ich war bei meinem Freund in Hannover, es war unwirklich.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Erster Kuss | Wer täte das nicht...
Christel hieß sie...

Eine Frau, *1961
Gedicht | Ich habe keine Zeitung gelesen.
Ich habe keiner Frau nachgesehn.
Ich habe den Briefkasten nicht geöffnet.
Ich habe keinem einen Guten Tag gewünscht.
Ich habe nicht in den Spiegel gesehn.
Ich habe mit keinem über alte Zeiten gesprochen und
mit keinem über neue Zeiten.
Ich habe nicht über mich nachgedacht.
Ich habe keine Zeile geschrieben.
Ich habe keinen Stein ins Rollen gebracht.

Pädagoge, *1971
Spielzeug | Die Wäscheklammern meiner Mutter als ich noch ein Kleinkind war.

Sportmanager, *1977
11. September 2001 | Oh ja! Ich habe damals ien Praktikum in Berlin absolviert und sah zufällig die Bilder im TV. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich gemerkt habe, dass es kein Spielfilm ist...

Schreibstudentin, *1994
Millennium | Ich habe leider keine Ahnung. Ich war 6 Jahre alt und entweder habe ich geschlafen oder ich bin sehr kurz darauf zu Bett gebracht worden. Aber ich erinnere mich, dass das Häbse-Theater, wo wir hin und wieder Kinderstücke sahen, das ganze Jahr über einen rosa LED-Schriftzug "2000" über dem Eingang hatte.

Fotografin, *1963
Sommermärchen | Schöner Sommer!

Sozialarbeiterin, *1960
Spielzeug | Meine Stoffkatze

Eine Frau, *1968
Sommermärchen | Ich habe mich über die deutschen Fahnen gefreut, dass die ohne "Hintergedanken" einfach selbstverständlich waren. Sonst hatte die deutsche Fahne ja immer so einen Beigeschmack und meine Generation ist ja so ganz ohne Fahnengefühl aufgewachsen. Nun war es möglich, dass man mal nicht darüber nachdenken musste, sie gehörte zu der WM wie jede andere Landesfahne auch. Die WM hat viel zur Selbstständigkeit und zur Verantwortung beigetragen, Deutschland war danach irgendwie reifer. Komisch, dass das der Fussball ausgelöst hat.

Drucker, *1946
Erster Kuss | Da war ich vierzehn. In der Nachbarschaft hatten wir im Keller bei schummrigem Licht immer "Partys" veranstaltet. Und da ist es dann passiert.

Geograph, *1953
Reise | An viele. Besonders aber an die Sahara Fahrt (zu zweit) mit vielen tollen Begegnungen und Erlebnissen weit weg von unserem Alltag.

Tagesmutter, *1959
Erster Schultag | Nein, der ist völlig weg.

Ärztin, *1951
Erster Schultag | nein, ich begleitete meine Mutter (Lehrerin) oft in die Schule. Irgendwann traute sich keiner, mich herauszunehmen weil da so glücklich war, ich war 5J.

Eine Frau, *1950
Erster Kuss | Ja, oh je... ich war 14, am Gemeindezentrum

Norddeutscher, *1962
Millennium | Den Jahrtausendwechsel 1999 auf 2000 habe ich mit Freunden auf einer Party verbracht. Alle waren sehr aufgeregt, keiner konnte eigentlich so genau sagen warum. Vielleicht, weil ganz besonders für die Nachkriegsgeneration das Y2K immer ein magisches Jahr war, ein Jahr das soweit in der Zukunft lag, dass man gar nicht erwartete, es wirklich zu erreichen. Und dann war es plötzlich da. Es wurde auch viel herum geunkt, von irgendwelchen Katastrophen, die angeblich mit diesem besonderen Jahreswechsel verbunden sein sollten. Das stellte sich alles als Blödsinn heraus.

eine Berlinerin, *1968
Großeltern | Ja, mit Opa bin ich immer mit der Berliner S-Bahn gefahrn und wir haben uns die ganzen Denkmäler angeguckt. Der Wilhelm unter den Linden. - Ne Friedrich...
Und dann habe ich immer eine Schnur an seinem Jackenknopf befestigt und ihn geführt. Da war er mein Pferdchen. Das hat er mit sich machen lassen. Und er hat immer gelacht wie Ernie. Das Lustige habe ich von Opa.

Hausmeister, *1950
Erster Kuss | Ja. Das war bei einer Faschingsfeier in unserer Klasse an der EOS.

Marketingmanager, *1969
11. September 2001 | Sehr genau - meine Frau stand kurz vor der Geburt unserer ersten Tochter. Eine Kollegin kam im Verlag zu mir und sagte - diesen O-Ton werde ich nie vergessen: "es ist etwas Lustiges passiert - ein Flugzeug ist ins World Trade Center geflogen."