Der Plankton-See

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Mann, *1973
11. September 2001 | Begeisterung darüber, dass die Amis auch mal aufs Maul kriegen mischte sich mit Angst vorm dritten Weltkrieg. Wir dachten in den nächsten Stunden fliegen die Atomsprengkörper.

dramelia, *1991
Spielzeug | Das weiß ich gar nicht mehr.

Informatiker, *1967
Millennium | Ich war gespannt ob es tatsächlich zu dem lang befürchteten Computer-Gau zum Jahreswechsel kommt. War alles halb so wild.

Politikwissenschaftlerin, *1961
Großeltern | Meine Großeltern mütterlicherseits lebten auf dem Lande etwa 50 km von Leipzig entfernt. Ich erinnere mich an heiße, trockene Feriensommer dort. Mit Baden, Blaubeeren sammeln, Mückenstichen und Sonne......
Von meinem Vater habe ich nur die Mutter kennengelernt. Die Eltern meines Vaters waren geschieden. Diese Oma lag meist auf dem Sofa, rauchte, las und erzählte von früher. Für mich als Kind wahnsinnig interessant. Wir wohnten in einem Mehrfamilienhaus in Leipzig, so dass ich sie täglich besuchen konnte.

Frau, *1978
Erster Computer | Ein C64, auf dem man Spiele spielen konnte, wenn man Programmierbefehle eingehämmert hat.

Schüler, *1997
11. September 2001 | Nein, ich war noch zu jung.

Mann, Außenhändler, *1963
Stau | Das ist praktisch mein Beruf. Nein, ernsthaft: ich stehe leider öfter im Stau, weil ich viel Auto fahre.

Sicherheitsmitarbeiter, Privatdetektei, *1962
Mauerfall | Hasselhoff hat an der Mauer gesungen.

Studentin, *1987
Erster Schultag | Die größeren Schüler haben etwas vorgetragen, alle Eltern waren da, wir haben jeder eine Sonnenblume bekommen und das Wetter war sehr schön. Ich war aufgeregt, aber glücklich in die Schule gehen zu dürfen.

Musiker, *1963
Erster Computer | Ja, es handelte sich um einen Mac, einen Laptop, den zu starten bestimmt 5 Minuten dauerte. Er war noch nicht mit dem Internet verbunden, ich vermute, dass es das Internet noch gar nicht gab. Auf diesem Mac Texte zu schreiben, erfüllte mich mit grossem Stolz.

Psychotherapeutin, *1956
Gedicht | Eher ein Limerick: There was a young lady named bright, she was much faster than light. One day, she disappeared in a relative way and returned in the previous night.

Psychologe, *1969
Gedicht | Nein.

Typographikerin, *1949
Erster Computer | Ja, aber die Zeit weiss ich nicht mehr. Da hatte ich so einen grossen Kasten unter dem Schreibtisch stehen und einen schönen großen Bildschirm. Da ich sehr technikbegeistert bin, hat es mir sehr viel Spaß gemacht, damit zu arbeiten - und macht es heute noch. Mein Mann ist mein Lexikon, wenn ich eine Frage habe, kann ich immer ihn fragen.

Eine Frau, *1981
Erster Computer | Er war grau und nahm ein Drittel des Schreibtischs ein. Allerdings hatten wir zunächst keinen Internetanschluss und somit nutzte ich ihn nur zum Schreiben von Texten (für die Schule). Gespeichert wurde noch auf Disketten...

eine Frau, *1965
Mauerfall | Ich war bei meinem damaligen Freund. Wir sahen es im Fernsehen und wollten sofort nach Berlin aufbrechen. Dann sind wir doch zu Hause geblieben.

Apotheker, *1949
Tiere | Das ist natürlich unser Hund Bonny, ein Labrador-Mix, clever und gerissen aber auch lieb, lieb, lieb! Die größte Schmusebacke weit und breit. Am liebsten tobt sie mit unseren Kindern rum, wir Alten sind ihr schon etwas zu unbeweglich.

Sozialarbeiter, *1975
Gedicht | 'Weltende' von Jakob van Hoddis und 'Schöne Jugend' von Gottfried Benn.
Meine Frau findet die beide "gestört". Zum Trost kann ich dann wenigstens noch ein paar Gedichte von Heinz Erhardt, Robert Genhardt und Ernst Jandl. Wobei Jandl findet sie auch eher seltsam.

Soziologe, *1981
Spielzeug | Mein Playmobil-Piratenschiff. Vor allem erinnere ich mich aber an ein Stofftier, ein Affe namens Julia, der sogar auf zahlreichen Urlaubsfotos auftaucht. Ich nahm ihn offenbar überall mit hin.

Musiker, *1947
Erster Schultag | Ja, ich erinnere mich speziell an den Geruch im Schulgebäude und im Klassenzimmer: Eine Mischung aus schwarz geölten Holzböden und Sägespänen.

Blumenbinderin, *1969
Großeltern | Ominkel, Mamas Mama war sanftbestimmte Kindshüterin, Opinkel starb vor meiner Geburt. Die Hutzelgroßeltern von Papas Seite waren Bilderbuchgroßeltern.

Kaufmann, *1965
Erster Schultag | Ich erinnere mich noch sehr genau daran. Ich wußte schon an diesem allerersten Schultag: Schule ist nicht mein Ding ! Ich bin dann auch keinen einzigen Tag gerne zur Schule gegangen. Völlig anders verhielt es sich mit der Universität. Dort bin ich regelrecht aufgeblüht !

Apotheker, *1949
Vater | Ein großer, starker und imposanter Mann, gütig und verständnisvoll, manchmal auch etwas ungeduldig. Nach seinem Tod ist mir erst bewusst geworden, dass die Zeit der Naziherrschaft bei uns nie ein Thema gewesen ist und dann habe ich erfahren, dass er in der Partei war. Zwar nie ein großes Tier, aber es ist ihm wohl so peinlich gewesen, dass er nie mehr einem Verein oder einer Partei beitrat...

Fahrlehrer, *1935
Tiere | Ich mag Katzen, mag deren wunderbar ruhige Bewegungen, mag es ganz besonders, dass sie sich nicht so dressieren lassen, wie das bei Hunden möglich sein kann. Ich bin kein Tierhalter, weil mir die Kraft zur Übernahme der Verantwortung für ihr Wohlergehen fehlt. Vielleicht haben meinen Kindern Tiere gefehlt.
Begeistern können mich große Vögel, besonders wegen der ruhigen Flügelbewegungen.

Eine Frau, *1965
Erster Schultag | Ja, die Lehrerin hieß Fraeulein Vogel und der Rektor sagte: na, dann flattern Sie mal davon

Ingenieurin, *1964
Großeltern | Nur an meine Grossmutter väterlicherseits, ich liebte sie sehr.

Redakteur, *1964
Auto | Es war ein VW Polo, mandarinengelb. Ich war nicht stolz drauf. Schön war es auch nicht, aber man kam voran.

Mann, Außenhändler, *1963
Auto | Ich habe noch nie Eines besessen. Ich fahre seit 24 Jahren Firmenwagen.

Typographikerin, *1949
Gedicht | Lirum, larum, Löffelstiel - wer viel frisst, der kriegt auch viel. Aber das ist natürlich kein Gedicht. Nur so ein Kinderspruch.

Eine Frau, *1950
11. September 2001 | Ja...an der Arbeit (in der Schule) wurde eine Schulversammlung einberufen...großes Entsetzen

Redakteurin, *1966
Millennium | Mit meinem damaligen Freund auf der Strasse in Berlin-Mitte. Wir standen etwas blöd auf der Strasse herum, alles war vernebelt von den vielen Knallern.

Eine Frau, *1968
Spielzeug | Ich habe sehr gern mit meinem Kaufmannsladen gespielt, die Kasse war das beste daran. Ich liebte es auf den Tasten zu tippen, wollte später unbedingt Kassiererin werden. Bald bekam ich daher auch einen Taschenrechner - wohl damit ich mich mehr mit Mathematik beschäftige und meinen Berufswunsch noch einmal überdenke.

Schreibstudentin, *1994
Erster Kuss | Ja. Wir sassen im Garten unter einem Baum. Er dauerte nur ein paar Sekunden, vielleicht weil ich vorher oder währenddessen sagte, dass ich nicht küssen kann, und weil er es auch nicht viel besser konnte. Später haben wir erfahren, dass seine Mutter uns dabei aus dem Wohnzimmerfenster beobachtet hat und es gar nicht toll fand, dass ihr Sohn schon wieder verliebt war. Die Konsequenz von diesem ersten trotz allem romantischen Kuss war, dass ich noch am selben Abemd meine Gastfamilien wechseln musste.

Rentnerin, *1948
Spielzeug | Ach, ich hatte so wenig Spielzeug.............ich glaube, am liebsten war mir unser Schäferhund!

Rentnerin, *1948
Erster Schultag | Eine Junglehrerin hatte uns als erste Klasse. Nach der Zeremonie, an die ich mich nicht erinnerte, verbrachten wir eine, DIE erste Stunde mit der Lehrerin. Wir sollten unseren Namen sagen. Hans-Jürgen sagte: Nein, meinen Namen sag' ich nicht! Das ist mir mehr hängen geblieben als alles andere...........ich fand ihn SEHR mutig!!!

Mann1959
Erster Kuss | Ungern, weil viel zu ungestüm und überhungrig. Erst nach dem Abitur. Nur vom Hörensagen der Schulkameraden bis dahin bekannt. Deshalb völlig überfordernde Bilder im Kopf.

Ärztin, *1955
Erster Computer | Das ist noch nicht lange her, erst 2010 bekam ich meinen ersten Laptop und habe mich autodidaktisch abgequält. Noch heute macht er Dinge, die ich nicht verstehe und ich kann die ganzen Zaubereien noch immer nicht recht nutzen.

Krankenschwester, *1980
Sommermärchen | Hab ich boykottiert, weil alle die WM toll fanden und ich wollte ich abheben von der Masse. Ein Freund von mir hatte Karten für das Spiel um Platz drei: Deutschland gegen ...? Und sein Sohn war selig.

Künstlerin, *1966
Erster Computer | Ja. Ich habe mich lange gegen einen PC gewehrt, aber irgendwann überreden lassen. Mein Statement war immer gewesen: "Man kann keine Märchen auf einem Computer schreiben." Ich ließ mich schnell eines Besseren belehren, alleine die endlosen Schriften (Truetypes) waren göttlich.
Heute unvorstellbar, was man damals alles mit 2 MB Arbeitsspeicher gemacht hat!

Eine Frau, *1964
Gedicht | Mehrere. Das erste auswendig gelernte war "Tante Trude Trippelstein" von Lea Smulders im Alter von vier oder fünf Jahren gemeinsam mit meiner Schwester, die in die 1. Klasse ging.

Professor, *1960
Tiere | Pascha, ein Chow-Chow-Rüde, leider schon lange tot. Er begleitete meine Mutter, wenn sie nachts nicht schlafen konnte. Oft litt er an Durchfall, und das sah nicht gut aus, wenn wir ihn ausführen mussten.

Geograph, *1953
Vater | Habe ihn erst mit 44 Jahren kennengelernt. Interessant die vielen Übereinstimmungen und Vorlieben, obwohl man sich nicht kannte.

Marketingmanager, *1969
Millennium | Mit Freunden über Stuttgart - ein schönes Fest. Wir hatten tatsächlich die Badewanne mit Wasser gefüllt, falls um Null Uhr die Infrastruktur kollabiert.

Schülerin, *2001
Spielzeug | meine Puppen

Soziologe, *1981
Millennium | In einer Seitenstraße an der Binnenalster. Ein Bekannter eröffnete dort zu der Zeit einen Laden und wir feierten mit Dutzenden von Leuten. Ich erinnere mich, wie in der Straße Raketen abgeschossen wurden und sie von einer Hauswand an die andere prallten und teilweise auch zurück in die Menschenmenge. Es war ein großes, feucht-fröhliches Fest.

Mann, *1965
Möbel | Ja, eine rote, aus Holz gezimmerte Spielkiste, welche mein Opa selbst hergestellt hatte. Diese war von der Größe her für mich damals riesig, man konnte darauf sitzen. In meinen Erinnerungen wurde mir von meiner Tante dort immer bei Besuchen aus Kinderbüchern vorgelesen.

Ingenieur, *1952
Erster Schultag | Und wie, die Schultüte war eine echte Überraschung.

Typographikerin, *1949
Spielzeug | Eins fällt mir ein: So ein Holztriesel, dazu ein Stock mit einer Schnur. Damit habe ich leidenschaftlich gern gespielt, auf der Strasse. Aber das war nicht mein Eigentum als Spielzeug. Ich persönlich hatte keins. Nicht mal 'ne Kuschelpuppe. Bin ja im Heim aufgewachsen. Ich hatte mir zu Weihnachten einen Rucksack gewünscht. Den bekam ich dann auch. Das war mein liebster Gegenstand. Mein alleiniger Besitz.

Sozialarbeiterin, *1960
Gedicht | Ja. Ein Gedicht von Brecht. Sieben Rosen hat der Strauch, sechs gehörn dem Wind. Aber ein bleibt dass ich, auch noch eine find. Sieben Male ruf ich Dich, sechs mal bleibe fort. Aber beim siebten Mal versprich, komme auf ein Wort

Pensionierter Lehrer, *1941
Sommermärchen | Nein - Fussball interessiert mich nicht besonders.

Theologin, *1968
Gedicht | Ach, noch in der letzten Stunde
werde ich verbindlich sein.
Klopft der Tod an meine Türe,
ruf ich geschwind: Herein!... von Robert Gernhardt

Frau, *1978
Erster Kuss | Aufregend und angsteinflößend.

apfelhari, *1944
Millennium | In einem Lokal in Barsinghausen zusammen mit meiner Frau und Freunden. Zur Begrüßung des neuen Jahrtausend stiegen wir auf eine in der Nähe befindliche Abraumhalde und beobachteten die Feuerwerke in der Umgebung.

Eine Lehrerin, *1970
Erster Kuss | Ja. War aber nichts besonderes.

oma h., *1955
Großeltern | nur an die Mutter mütterlicherseits; die anderen Großeltern waren bei meiner Geburt bereits verstorben.

Studentin, *1987
Mauerfall | Ich war noch klein und auch nicht in Deutschland.

Schüler, *1997
Mauerfall | Nein, ich war noch zu jung.

Tagesmutter, *1959
Spielzeug | Meine alte Puppenstube, mit Klingel, Drehlichtschaltern und herrlich alten Möbeln.

Marketingmanager, *1969
Mauerfall | Ich habe die Wiedervereinigung irgendwie verpasst - natürlich saß man gebannt vor den Nachrichten - aber die historische Dimension wurde mir erst viel später bewusst.

Diplomingenieur, *1965
Mauerfall | Ja, weil ich ausgerechnet an diesem Tag nicht in Berlin war. Ich war zur Konsultation in Zittau, obwohl ich im Praktikum in Berlin war. So musste ich im Fernsehen die Öffnung miterleben. Aber am nächsten Morgen sass ich sofort im Zug nach Berlin 3:58 ab Zittau.

krankenschwester, *1964
Sommermärchen | Nur an die bilder vom public viewing, schönes wetter und die schlussfeier am Brandenburger Tor. Keine einzelheiten der spiele, obwohl eifrig geschaut.

Kaufmann, *1965
Mauerfall | Ich hatte am 9. November 1989 einen Gerichtstermin. Eine Familiensache. Ich war der Kläger, mein sogenannter "Vater" der Beklagte.

Röntgenassistentin, *1968
Erster Schultag | Ja, klar an sowas erinnert man sich doch.

Ingenieur, *1977
Gedicht | Dunkel war's, der Mond schien helle als ein Auto blitzeschnelle langsam um die runde Ecke bog. In einem Bus sitzen stehend Menschen schweigend ins Gespräch vertieft ....

Rentnerin, *1948
11. September 2001 | Ich fuhr zur Arbeit und hörte Radio. Es wurde ständig wiederholt. Ich konnte es nicht glauben, und nach der Arbeit sah ich es noch diverse Male im Fernsehen.............

Drucker, *1946
Millennium | Gemeinsam mit Freunden zuhause bei einem Fondue und den üblichen Rückblicken auf das vergangene Jahr.

Ärztin, *1955
Großeltern | Sehr gute Erinnerungen an die Großeltern väterlicherseits, sie lebten in meinem Heimatort und ich war öfter auch dort über Nacht. Die andere Großmutter habe ich nur als alte herzkranke Frau mit "Einschlagfrisur" in Erinnerung

Studentin, *1987
Spielzeug | Lego, weil ich damit selbst etwas konstruieren konnte.

Blumenbinderin, *1969
Millennium | Mit Unmengen fremder und naher Menschen, feiernd und trinkend und lachend.

Professor, *1960
Prominenz | Der erste Prominente, an den ich mich erinnere, war Telly Savallas (»Kojak«). Ich flog 1976 von Montreal nach New York und ging durch die erste Klasse zur Toilette. Und da saß er. Ich bat ihn um ein Autogramm, und ich weiß noch, dass er nach Rauch gerochen hat.

Eine Frau, *1950
Mauerfall | Ja, ganz genau. Ich war vollkommen überrascht, weil ich vorher überzeugt war, die DDR würde noch über meinen Tod hinaus existieren.

Redakteur, *1964
Stau | Ja. Aber das ist ein uninteressantes Thema.

Ein Berliner aus Duisburg, *1962
Mauerfall | Ich arbeitete damals in Berlin-Schöneberg in der häuslichen Altenpflege. Erhielt einen Anruf von einem Nachbarn eines ca. 83 jährigen, den ich vertretungsweise betreute, dass er umgefallen sei. Er wollte aber partout nicht den Notarzt rufen, also radelte ich schließlich zu ihm um es selber zu machen. Sie brachten ihn in ein Krankenhaus, aus dem er nicht mehr wiederkehrte. War ein eher unsympathischer ex Verwaltungsangestellter der FU.
Im August 89 machte ich mit einer Freundin eine 14 tägige Radtour in Ungarn und die Einheimischen wollten uns ständig den Weg zur Grenze nach Österreich zeigen und verstanden es gar nicht, dass wir dort nicht hin wollten.
Als West-Berliner spürte man ja schon seit einiger Zeit, dass etwas in der Luft lag, die Überraschung hielt sich also eher in Grenzen.

Fotografin, *1963
Erster Computer | Apple Power Mac 700

Ein Mann, *1968
Spielzeug | Es war ein vollgesabberter Hase. Meine Mutter hat den mal gewaschen, den wollte ich dann nicht mehr.

med. techn. Asistentin, *1052
Mauerfall | habe ich nur peripher wahrgenommen, hatte einen säugling

Ein Mann, *1968
Großeltern | Meine Großmutter war sehr klein. Mein Großvater sehr groß. Er hatte große Hände und war im 2. Weltkrieg in Jugoslawien und Griechenland. Ich erinnere mich noch, als er mir 50 DM gab, als ich in den Sommerferien zuhause blieb, um den Nachbarn den Rasen zu mähen. Meine Eltern sind mit den Geschwistern nach Schweden gefahren.

Ein Mann, *1968
Millennium | Fondue, nette Freunde, ganz gemütlich.

Volkswirt, *1943
Gedicht | Ja.
Prolog zum Struwwelpeter: "Wenn die Kinder artig sind......"

Buchhändler, *1975
Erster Schultag | Ich habe mich gefreut, dass in der Zuckertüte auch Spielzeug war. Machtboxautos und ein Überraschungsei.
Wir haben das i gelernt. Rauf runter rauf, Dötzcen drauf. Deshalb nennt man bei uns in der Gegend auch die Erstklässer "I-Dötzchen".
Am Anfang schrieben wir miteinem weißen Stift auf eine Tafel aus Plastik und erst später in Hefte.

Apotheker, *1949
Auto | Oh ja! Das war 1968 ein nagelneuer NSU-TT, eine richtige kleine Rakete mit fast 80 PS bei knapp 600 kg Gewicht. Leider fand unsere Freundschaft schon nach einem kanppen Jahr in der stillen Eifel nahe Adenau ein abruptes Ende, die knorrigen Buchenhecken des Nürburgrings waren stärker. Aber die Lehren, die ich daraus gezogen habe, haben mich im weiteren Leben vor schweren Unfällen bewahrt.

Bankkaufmann, *1950
Vater | Mein Vater war Postbeamter und ist leider schon mit 38 Jahren verstorben. Damals war ich 13 Jahre alt. In Erinnerung habe ich ihn als gutmütigen und nachsichtigen Vater. Um die Erziehung hat er sich jedoch nicht gekümmert.

Apothekerin, *1954
Spielzeug | Lego

Sportmanager, *1977
Großeltern | Zahlreiche. Der eine Großvater krank, schon immer. Zuerst kam er noch ab und an im Schlafanzug zum Essen die Treppe herunter. Später lag er nur noch im Bett und wir hatten Angst, wenn er geschrien hat. Aber immer um sein Bett postiert und Lieder gesungen. Der andere Großvater Pastor - ein kleiner Mann mit großer Ausstrahlung und einer festen Meinung. Und lustig. Beide Omas waren herzlicher, die eine dazu schlesisch korrekt, die andere schwäbisch herzlich. Ihre Enkel (und vor allem deren leibliches Wohl) gingen ihr über alles, da wurden die Eltern schon ab und zu zurechtgewiesen.

Lebenskünstlerin, *80
Mauerfall | Ja. Erfassen konnte ich es aber nicht.

Anwalt, *1965
Tiere | Gepard. Ich liebe die Eleganz und die Schnelligkeit, die dieses Tier auszeichnen und besonders machen.

Lehrer, *1962
Auto | Mein erstes Auto war ein grüner Fiat Mirafiori, er hatte kaum PS. Dennoch hatte ich ihn nach kurzer Zeit zu Schrott gefahren. Er wurde durch einen gelben Mirafiori ersetzt. Mit dem Fuhren wir nach Frankreich, er war ein geräumiger Reisewagen. Leider nagte der Rost an ihm. Deshalb hatte ich ihn verkauft, bevor er verschrottet werden müsste.

Pädagoge, *1971
Erster Computer | Einen Commodore C64

Psychotherapeutin, *1956
Mauerfall | Ohja...ein Gewirr von Menschen, die darüber kletterten. Und an Herrn Genscher, der die Freiheit verkündete.

Sozialpädagogin, *1954
Erster Schultag | Furchtbar, ich war nicht vorbereitet und ängstlich. Die Klassenlehrerein war sehr streng. Ich wollte vor allem lesen lernen, damit ich nicht mehr darauf angewiesen war, dass mir jemand vorliest.

Redakteurin, *1966
Mauerfall | Ich hatte gerade mit dem Studium begonnen und war abends am 9.11. ganz still und fleißig in meinem Zimmer um zu lernen. Als ich mit meiner Mutter die Fernsehnachrichten sah, war mein ersten Gefühl, dass das eine böse blöde kleine Falle ist. Am nächsten Morgen in der Ost-Berliner S-Bahn wurde das Gefühl kaum anders, alle redeten über ihre Ausflüge nach WestBerlin. Ich habe mich dann aber doch mit zwei Kommilitonen auf den Weg über die Oberbaumbrücke gemacht...

Lehrer, *1962
Reise | Ich erinnere mich gerne an Langeoog, Sehnsuchtsinsel. Sonne, Wind, Strand, Meer. Und vor allem: keine Autos! Das ist das Beste. In unserer Pension gab es morgens Frühstück. Da waren alle versammelt, die, außer uns, schon seit Jahrzehnten die Insel besuchten. Das war wie ein Besuch bei der Muppetshow. Alle Eigentümlichkeiten und Unliebsamen Veränderungen wurden durchgehechelt.

Angestellter, *1969
Erster Computer | 1996, ein wunderbarer dicker schwerer 4-86er mit Windows 95. 1000,- DM hat der mich gebraucht gekostet. Er lief und lief lange und sehr gut. Mit dem ging ich sogar 2000 in's Internet, mit einem 56k-Modem, ewig war die Telefonleitung besetzt. Meine Tochter sagte als kleines Kind zum Computer: "Papas Drucke."

Eine Frau, *1964
Erster Kuss | Ja. Er hat mich in tiefe Verwirrung gestürzt.

Naturwissenschaftlerin, *1948
Erster Schultag | Nein - er muß langweilig gewesen sein. Aber schöne Fotos gibt es davon!

Schüler, *1997
Millennium | Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern aber laut den Erzählungen meiner Mutter, waren wir in unserem Ferienhaus, einer ehemaligen Wassermühle, welche meine Oma umgebaut und zu einem Ferienhaus gemacht hat.

Pädagoge, *1971
Großeltern | Ja...Es gab häufig eine warme Schokolade oder Marzipan zu Weihnachten.

Buchhändlerin, 1962, *1962
11. September 2001 | Ja, im geschäft haben wir alle vorm radio und pc gehockt und konnten es nicht fassen.

Künstlerin, *1966
Sommermärchen | Nein. Kein Interesse.

Steuerberaterin, *1979
Erster Schultag | Es war nur eine Schulstunde - irgendwie ging es da um die Vorstellung. Ich erinnere mich nur noch an das danach - endlich die Schultüte auspacken, noch ein paar Fotos machen und endlich durfte ich mit unserem Hund draußen spielen.

Mann, *1965
Mutter | Meine Mutter war in meiner Kindheit so, wie ich mir auch heute noch eine Mutter wünschen würde. Immer da, voller Verständnis und die Freundin, welche ich immer und zu jeder Zeit mit meinen Problemen ansprechen konnte. Heute erinnert sie mich an meinen verstorbenen Großvater, sie sind sich im Alter sehr ähnlich geworden.